Der 18. Klimagipfel in Doha ist erwartungsgemäß gescheitert. Oder sagen wir lieber plangemäß, denn ein Weltklimavertrag war ohnehin erst für 2015 vorgesehen. Mal abgesehen von ein paar verzweifelten Inselstaaten und Entwicklungsländern gab es auch sonst kein Interesse an irgendwelchen Fortschritten. Die Nach-mir-die-Sintflut- Politik der vergangenen Jahre ist inzwischen zum Standard geworden. EU-Klimakommisarin Hedegaard nennt es „Kontinuität“. Das Umweltbundesamt spricht sogar von „wichtigen Weichenstellungen“. Ein deutliches Zeichen, dass die Erwartungen an die UN-Klimadiplomatie inzwischen so mager sind wie ein somalisches Rindviech.
Immerhin, das Kyoto-Protokoll wurde verlängert, was irgendwie besser ist als nichts. Zumindest für die Optimisten und Naiven. Ansonsten eher belanglos im Sinne des Klimaschutzes. Leidensverlängerung für ein klinisch totes Abkommen, mit dessen Legitimierung die Fossilindustrie sich ein paar weitere Jahre entspannen kann. Und es wird munter weiter gebohrt, gebaggert und gefrackt. Ganz nebenbei stellt man die Klima-Uhr endgültig auf 5 nach zwölf.
Um all die verdorrenden und absaufenden Länder nicht völlig zu ignorieren, beschloss man außerdem ein paar Finanzspritzen für die am stärksten betroffenen Länder. Damit kann dann zum Beispiel Kiribati seinen Umzug nach Fiji bezahlen, während die Industrieländer mit geringstem Einsatz ihr schlechtes Gewissen los sind. Toll, wie dieser Ablasshandel immer wieder funktioniert. Und das alles aus der Portokasse!

Kiribati: Säuft zwar ab, aber alles halb so wild. Deutschland hilft ja beim Umzug. (Bildquelle: Google Images)
Für akute Klimafolgen wie Naturkatastrophen soll außerdem zukünftig ein separater Geldtopf bereitstehen. „Loss-and-Damage“ nennt sich die entsprechende Verhandlungsrunde. Das ist ein ganz besonders cleveres Geschäftsmodell. Denn Dürren und Überschwemmungen richten nicht nur Schaden an, sondern schaffen auch neue Märkte. Ganze Industrien profitieren, wenn es irgendwo kracht und siecht, zum Beispiel durch Lebensmittelexporte in Hungergebiete, durch den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur oder generell durch die Beseitigung struktureller Marktbarrieren in Folge eines Desasters. Das besonders „Schöne“ daran – finanziert wird dies vom globalen Steuerzahler, nicht vom Verursacher. Das kennt man doch schon irgendwo her…
Nur um nicht falsch verstanden zu werden. Auch ich halte es für moralisch geboten und dringend notwendig, armen Länder bei der Bewältigung von Klimaschäden beizustehen. Aber ohne eine gleichzeitige Trendwende bei den Emissionen und die konsequente Dekarbonisierung der Weltwirtschaft wird ein entfesselter Klimawandel ohnehin alles in Frage stellen. Und dann wird das Motto sein: Rette sich, wer es selbst bezahlen kann.
M.S.
Glaube ist schön. Wissen wäre besser.
Übrigens steigt der Meeresspiegel seit der letzten Eiszeit. Das hat aber nichts mit der Verschiebung der Kontinentalplatten und vulkanischem Auf und Ab zu tun.
Hallo Kristin,
eigentlich habe ich mir vorgenommen, nicht mehr auf derartig dusselige und inhaltsfreie Kommentare zu antworten…Ich mache einfach bei dir eine Ausnahme, weil ich grad sehr gute Laune hab.
“Übrigens steigt der Meeresspiegel seit der letzten Eiszeit.” Klar doch! Und wer früher stirbt, ist länger tot…
Das hat aber nichts mit der Verschiebung der Kontinentalplatten und vulkanischem Auf und Ab zu tun...sondern mit dem Schmelzen von Eis. Und das schmilzt nun mal schneller, wenn es wärmer wird. Und in der Arktis ist die Erwärmung stärker als im globalen Durchschnitt.
“Vulkanisches auf und ab”? Was ist das? Bin auf dein “Wissen” gespannt!
Michael
Kiribati säuft nicht ab wegen des Klimawandels. Kiribati ist vulkanischen Ursprungs. Wenn der Vulkan seine Tätigkeit einstellt und also kein Nachschub kommt in Form von Lava oder einfach Druck von unten, sackt die Insel in sich zusammen und ist irgendwann weg. Da gilt z. B. auch für die Malediven und La Réunion.
Was für ein Unsinn. Der Meeresspiegel steigt nun mal. Wenn es noch andere geologische Bewegungen nach oben oder unten oder sonstwohin gibt, ändert es nichts an diesem Problem für alle Küstengebiete weltweit.