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Nach dem ganzen hämischen Getöse um „Climategate“  beim klimaskeptischen Institut EIKE, hier mal  ein Beispiel zu deren Umgang  mit Daten und Fakten- nämlich gezielter Mißinformation:

In einem Artikel von Klaus Puls geht es um die angebliche Abkühlung der Antarktis. Dabei wird auf einen Bericht des Alfred-Wegner Instituts für Polarforschung (AWI) in Bremerhaven verwiesen.

Puls: „Nun ist es „amtlich“: In der Antarktis wird nicht nur der wachsende(!) Eispanzer seit 1979 kälter (Details), sondern auch die antarktischen Meere, wie aus einer Pressemitteilung des AWI hervorgeht“:

Klickt man auf das link, landet man bei der NASA und einem Bericht, der etwas völlig anderes aussagt.  Offensichtlich setzt man darauf, dass niemand den englischen Artikel durchliest.

Der Nasa- Bericht sagt Folgendes (Auszüge-nicht ideologisch selektiert):

NASA: „But this big continent can produce a surprisingly dynamic range of conditions. One example of this range is temperature trends. Although Antarctica warmed around the perimeter from 1982 to 2004, where huge icebergs calved and some ice shelves disintegrated, it cooled closer to the pole.“…

„Why is Antarctica getting colder in the middle when it’s warming up around the edge? One possible explanation is that the warmer temperatures in the surrounding ocean have produced more precipitation in the continent’s interior, and this increased snowfall has cooled the high-altitude region around the pole. Another possible explanation involves ozone. Ozone in the Earth’s stratosphere absorbs ultraviolet radiation, and absorbing this energy warms the stratosphere. Loss of UV-absorbing ozone may have cooled the stratosphere and strengthened the polar vortex….“

Also nichts über eine generelle Abkühlung der Antarktis, sondern nur über eine Abkühlung + Eiszunahme in  Polnähe. Und das auch noch durch das Ozonloch, einer anderen menschengemachten Umweltsünde,  verursacht. An der Peripherie gibt es klar eine Erwärmung + abbrechende Gletscher. Und eben gerade dort wird es die meisten Auswirkungen auf die Meeresfauna haben.

Ist das die Art von EIKE, „strikte Sachlichkeit“ (Eigenwerbung) walten zu lassen?

Noch interessanter ist eine neuere Pressemitteilung des AWI vom 30.11.09:

Darin findet man die glasklare Bestätigung des Erwärmungstrends in der Antarktis. Das Ozonloch verzögert die Entwicklung nur. Hier Auszüge aus der Pressemitteilung:

AWI: „Der Bericht fasst die neuesten Erkenntnisse von mehr als 100 weltweit führenden Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus 13 Ländern zusammen.“

Dr. Colin Summerhayes, Geschäftsführender Direktor von SCAR, sagte: „Die Antarktis ist eine einzigartige Informationsquelle über unseren Planeten. Dieser Bericht beschreibt, was wir heute wissen, und illustriert, wie menschliche Aktivität den raschen Klimawandel vorantreibt….Die Arbeit ist besonders wichtig, weil sie den Klimawandel in der Antarktis in einen globalen Zusammenhang stellt und die Auswirkungen auf den Rest des Planeten zeigt.“

Professor John Turner vom British Antarctic Survey, leitender Redakteur des Berichts: „Für mich ist das Erstaunlichste der Nachweis, dass ein menschlicher Umwelteinfluss – das Ozonloch – den Großteil der Antarktis vor der globalen Erwärmung geschützt hat…

Eine Zusammenfassung des Berichts in zehn wichtigen Punkten:

1. Das Ozonloch hat den Großteil der Antarktis in den letzten 30 Jahren vor der globalen Erwärmung geschützt.

2. Die Erwärmung des Südlichen Ozeans führt zu Änderungen im antarktischen Ökosystem.

3. Rasche Zunahme der Pflanzengesellschaften auf der antarktischen Halbinsel

4. Schneller Eisverlust in Teilen der Antarktis

5. Zehnprozentige Zunahme des Meereises rund um die Antarktis

[Kommentar: Diese Information wird häufig als „Beweis“ für die angebliche  „Klimalüge“ benutzt!]

6. Steigerung der Kohlendioxidgehalte so schnell wie noch nie seit 800.000 Jahren

7. Rückgang des Meereises westlich der antarktischen Halbinsel beeinflusst unmittelbar Krillvorkommen und Pinguinkolonien.

8. Die Antarktis könnte sich im Laufe dieses Jahrhunderts um etwa 3 ° C erwärmen.

9. Verluste am Westantarktischen Eisschild könnten den Meeresspiegelanstieg beschleunigen.

10. Verbesserte Modellierung der polaren Prozesse ist für genauere Vorhersagen erforderlich.

Immerhin: Der EIKE-Artikel ist nirgends auf der neueren Webseite von EIKE zu finden. Einsicht? Es wäre zu hoffen!

Tschüss Michael

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