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Posts Tagged ‘Climate politics’

 Der UN-Klimagipfel Nr. 19. in Warschau ist nun endlich vorbei. Wie üblich ist dabei nichts rausgekommen, was irgendwie unter Klimaschutz verbucht werden könnte. „Immerhin keine Rückschritte“ titelt die Die Süddeutsche. Na schön wär´s. Tatsächlich haben sich ein paar brandgefährliche Entwicklungen verfestigt, die mit etwas Pech den Sargnagel für´s Klima bedeuten. Man muß nur ein bisschen um die Ecke denken…

1. Der Einfluß der Fossil-Lobby nimmt zu

Wenn Klimakonferenzen tatsächlich zum Ziel hätten, das Ende des fossilen Zeitalters einzuläuten, dann müssten es Horrorveranstaltungen für die Fossilbranche sein. Doch das Gegenteil ist der Fall. Halbtote Klimapolitik fetzt den Konzernen und COP 19 in Warschau war mutmaßlich ein besonders schöner Gipfel für die Betreiber großer Dreckschleudern. Denn auf Gastgeber Polen als Blockierer im Klimaschutz ist Verlass, allen voran auf Polens Premierminister Tusk („Die Zukunft der Energie Polens liegt in Braun- und Steinkohle“). Die Branche revanchierte sich schon im Voraus, indem sie die Veranstaltung gleich mit Millionenbeträgen unterstützte.

Mit dabei einige der übelsten Klimasünder wie der polnische Braunkohlekonzern PGE, der Stahlkonzern Arcor Mittal und der französische Stromriese Alstrom. Emirate Airlines subventionierte sogar die Anreise von Konferenzteilnehmern mit 10 % Rabatt. Empörung über den „Gipfel des Lobbyismus“ (TAZ) gab zwar reichlich, aber ansonsten lief die Sache glatt über die Bühne. Symptomatisch war das Statement von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon: „Für eine Lösung des Klimaproblems brauchen wir die Energiekonzerne.“ Diese tagten dann – welch ein Zufall – auch noch gleich um die Ecke beim „International Coal and Climate Summit“ des Weltkohleverbandes (WCA).

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Dreckschleuder von PEG (Polska Grupa Energetyczna): Braunkohlekraftwerk und Tagebau in Bełchatów

Eine derartige ungenierte Präsenz ist nicht nur eine Zurschaustellung der Macht der Konzerne. Es ist ein deutliches Zeichen, wie pathologisch die Lage der internationalen Klimapolitik insgesamt ist. Und ich würde es sogar noch drastischer formulieren. Internationale Klimapolitik ist nicht einfach nur wirkungslos, sondern sie dient inzwischen sogar der Legalisierung der Klimakrise. 1: 0 für die Fossilindustrie.

2. Das Desinteresse der Öffentlichkeit

Ein weiteres Indiz für Veränderung des Kräfteverhältnisse im Klimaschutz ist die magere Berichterstattung der Medien. Was interessieren auch schon immer wiederkehrende Negativmeldungen über faule Kompromisse, wirkungslose Beschlüsse und gescheiterte Gipfel. Im selben Maße wendet sich die Öffentlichkeit ab, nicht nur von der Klimapolitik, sondern vom Klimawandel als Thema an sich. Damit fehlt also auch noch der Druck von unten. Die Folgen spürt auch die  Klimaschutzbewegung. Zwar schafften es  Greenpeace und Co. noch einmal, ein paar hundert Aktivisten auf die Straße zu bringen, aber wie jämmerlich wirkt das im Vergleich zu den massiven Protesten junger Leute in Kopenhagen. Daß die NGO´s diesmal aus Protest schon vorzeitig abreisten, war schon kaum mehr eine Zeitungsmeldung wert. Ein Symptom für deren Hilflosigkeit und schleichenden Bedeutungsverlust. Schuld daran ist die Szene teilweise selbst. Die formale Einbindung in die Klimaverhandlungen hat die NGO´s nun in denselben Sog aus Stagnation und Resignation gezogen. Und anfällig gemacht für den Vorwurf, ihre Präsenz auf der großen Bühne mit der Rolle als politisches Feigenblatt zu erkaufen. Das nagt an der Glaubwürdigkeit und verschiebt die Machtbalance weiter in Richtung der Großkonzerne. Auch das ein indirekter Erfolg der Fossillobby. Daher 2:0.

3. Loss and Damage

Eines der wenigen Verhandlungsergebnisse von Warschau war der Beschluss, einen Kompensationsfond zur Finanzierung von Klimaschäden zu gründen. Dies wurde im Allgemeinen als Erfolg für die Entwicklungsländer bewertet. Nun ja, ich sehe die Sache ein bisschen anders. Theoretisch ist es sicher eine gute Idee, den Wiederaufbau nach Katastrophen wie den Taifun „Haiyan“ durch einen solchen Fond zu finanzieren. Würde die Finanzierung nach dem Verursacherprinzip (polluter-pays-principle) erfolgen, wäre es sogar ein echter Erfolg. Nicht nur rein finanziell. Es würde endlich mal die Haftung für die Folgen des Klimawandels klären. Doch kaum zu glauben, dass dies jemals so kommen wird. Eher wird es ein weiterer fauler Ablasshandel, bei dem sich die Industrieländer die Zustimmung zu  Loss-and-Damage mit Zugeständnissen bei den Reduktionszielen vergolden lassen. Ebenso unwahrscheinlich ist es, dass die Rechnung wirklich von den eigentlichen Verursachern gezahlt wird. Das wird wohl eher Sache des globalen Steuerzahlers werden.

Und ob es den Menschen in den betroffenen Entwicklungsländern letztendlich wirklich nützt, ist mehr als fraglich. Erfahrungsgemäß ist eher zu erwarten, dass Loss-and-Damage Gelder in den Taschen korrupter Politiker, Bauunternehmer und Hilfsorganisationen landen. Der tolle Nebeneffekt – man verbindet klimapolitische Untätigkeit der Industrieländer mit dem Interesse der Entwicklungsländer an Transferleistungen. Das wird eine Einigung auf Loss-and-Damage sicher beflügeln!

Und last-but-not-least muß sich der Westen nicht mehr mit einer Moraldebatte rumschlagen, wenn mal wieder ein Taifun zuschlägt. Zynischer geht es kaum.

3:0 für die Fossilindustrie

Und wie geht’s weiter?

Die letzten Hoffnungen vieler Klimaschützer ruhen nun auf COP 21 in Paris in 2015, wo es einen neuen Klimavertrag geben soll. Ein solches Abkommen, sollte es tatsächlich Wirkung entfalten, müsste das Ende von Öl, Kohle und Gas einleiten. Um einzuschätzen, wie wahrscheinlich dieses Szenario ist, braucht man nur mal die Wirtschaftsnachrichten lesen.

Zum Beispiel diese von voriger Woche in Spiegel Online:

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Spiegel Online vom 15.11.13

„Der US-Starinvestor Warren Buffett setzt auf Öl und Gas. Sein Unternehmen Berkshire Hathaway kaufte Aktien des weltweit größten börsennotierten Ölkonzerns ExxonMobil im Wert von mehr als dreieinhalb Milliarden Dollar. „

Herr Buffett rechnet offensichtlich nicht mit einem Klimaabkommen. Hoffen wir mal, dass er sich diesmal verrechnet hat….

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Vor wenigen Tagen hat die FDP mal wieder ein Meisterstück inkohärenter Politik abgeliefert.

„Beim Klimaschutz stehen wir zum Ziel, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 % zu senken.“  Um dieses Ziel zu erreichen, wird „die  Finanzierung eines internationalen Klimaschutzabkommen … mit 50% der Versteigerungserlöse abgesichert….Der Emissionshandel soll langfristig auf weitere Sektoren ausgeweitet werden.“  So steht´s auf der Webseite der FDP [1].

Im völligen Widerspruch dazu steht die Realpolitik der Liberalen.

Gerade vor ein paar Tagen wurde eine Novellierung des europäischen Emissionshandels (ETS) unter kräftiger Mithilfe der deutschen Liberalen im EU-Parlament mit 334 zu 315 Stimmen abgelehnt.

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Das EU-Parlament in Straßburg (Bildquelle http://www.europarl.europa.eu)

Das sogenannte backloading sollte den Preis für Verschmutzungsrechte stabilisieren, um den Europäischen Emissionshandel vor dem Kollaps zu bewahren und die Verbilligung von Kohlestrom zu stoppen. Seit der Entscheidung ist der CO2 Preis derweil nochmals um 35 % gefallen. Versteigerungserlöse für den Klimafonds der Bundesregierung wird es damit ebenso wenig geben wie Anreize zur Emissionsminderung bei den Unternehmen.

Sämtliche FDP-Mitglieder sowie die meisten CDUler votierten dagegen, obwohl sich Umweltminister Altmeier für das backloading ausgesprochen hatte. Sicher, es war eine demokratische Entscheidung, die man akzeptieren muß. Jedoch hätte ein deutliches Ja von Kanzlerin Merkel das Votum vermutlich anders ausgehen lassen. Diese hatte das Thema leider weitgehend ihrem liberalen Wirtschaftsminister Rösler, einem klaren Gegner des backloading, überlassen.

Klimapolitisch läuft demnach alles nach dem Geschmack der FDP-Führung. Der umweltpolitische Sprecher der EU-Liberalen, Holger Krahmer, begrüßte erwartungsgemäß die Entscheidung: „Der Emissionshandel ist ein von Politikern künstlich geschaffener Markt. Wahrscheinlich ist das der Grund warum er nicht funktioniert. Der Versuch das System durch punktuelle Eingriffe zu retten, ist aussichtslos. Nebenbei wird in Brüssel das Fehlen eines internationalen Abkommens zum Klimaschutz ignoriert. Die Fortführung europäischer Insellösungen bleibt ohne Einfluss aufs Klima und erhöht das aufgrund der Energiepreise ohnehin schon hohe Risiko der Abwanderung von Industrie aus Europa.“[2]

Eine reichlich verschwurbelte Erklärung mit deutlichen Widersprüchen. Denn nicht der „künstliche Markt“ ist das Problem, sondern der künstliche Überschuss an Verschmutzungsrechten, der nun dank FDP-Votum weiter anwachsen wird. Und die Begründung, dass „punktuelle“ Eingriffe nicht zielführend sind, ist zwar tendenziell richtig, aber das kann nicht als Ausrede herhalten, um das komplette System an die Wand zu fahren. Die einmalige Verknappung von Zertifikaten war von Anfang an nur als Notoperation geplant, um das ETS am Leben zu halten, bis im Rahmen  eines neuen Klimaabkommens ein weltweit einheitliches System geschaffen wird.

Abgesehen von Holger Krahmer hält sich die FDP-Führung jedoch auffällig mit öffentlichen Statements zurück.

So twittert Phillip Rösler nach der Entscheidung nur einige dürre Zeilen: „EP gegen Verteuerung #Emissionszertifikate. Gutes Signal: Klimaziele werden jetzt schon erreicht, keine weiteren Belastungen.“  Das war´s auch schon. kein Facebook-Eintrag, keine Pressemitteilung. Echte Begeisterung klingt anders. Brüderle? Kein Kommentar zu finden.

Man kommt nicht um den Eindruck herum, dass die FDP das Thema nicht weiter hochkochen will. Die Presse hatte sich ohnehin auf die Kanzlerin eingeschossen, so dass man nur in der Deckung bleiben brauchte.

Denn die indirekten Konsequenzen des FDP-Votums sind alles andere als liberale Verheißungen. Durch den niedrigen CO2 Preis steigt nämlich die EEG-Umlage, die wiederum auf den Strompreis umgelegt wird. Außerdem klafft eine Finanzierungslücke im Klimafonds, die nun mit Geldern der staatseignen KfW-Bank aufgefüllt werden soll. Kurz- höhere Kosten für den Verbraucher sind die Folge. Als Wahlwerbung taugt die Entscheidung also nicht.

spiegel

Spiegel vom 14.4.13

Noch kleinlauter, fast reumütig klingt die Einschätzung des umweltpolitischen Sprechers der FDP-Bundestagsfraktion Michael Kauch: Der Emissionshandel ist und bleibt ein zentrales Klimaschutz-Instrument. Daran ändert die heutige Entscheidung nichts. Der Emissionshandel ist in keiner Weise gescheitert. Auch bei niedrigen Preisen erfüllt er sein zentrales Ziel: die Einhaltung der Klimaschutzziele für Industrie und Stromproduktion bis 2020.Dennoch bleibt Handlungsbedarf, wenn man auf die wirtschaftlich tragfähige Umsetzung der Klimaschutzziele nach 2020 schaut.[3]

Irgendwie klingt es ein bisschen, als sei Herr Kauch selbst erschrocken, was man da so verbockt hat.

Denn die Wahrheit ist: Bleibt es bei der Entscheidung, ist der europäische Emissionshandel tot. Und damit ein zentrales Klimaschutzinstrument, dass trotz aller Kritik im Detail keine schlechte Idee ist. Und gerade das backloading wäre eine erste wichtige Korrektur gewesen, bevor man das gesamte System spätestens nach einem neuen Klimaabkommen grundlegend reformieren kann.

Noch gibt es ein bisschen Hoffnung, denn die Entscheidung wurde an die Ausschüsse zurückverwiesen und wird nochmals in 2 Monaten zu Abstimmung gestellt.

Die Entscheidung über das backloading ist übrigens kein Einzelfall. Ob beim Klimagipfel in Doha, bei den Emissionsgrenzen für PKW oder bei der Ökologisierung der EU-Landwirtschaft. Immer häufiger outet sich Deutschland als aktiver Bremser beim Klimaschutz. Und häufig steht die FDP innerhalb der Regierungskoalition als treibende Kraft dahinter. Die Kanzlerin, tendenziell eher positiv zum Klimaschutz eingestellt, überlässt Ihrem Vizekanzler Rösler zunehmend die Hoheit über die Klimapolitik. Umweltminister Altmeier erscheint oft wie ein Statist, der im Sinne des schwarz-gelben Koalitionsfrieden kaltgestellt wird.

 Die Symbolwirkung dieser Politik ist schon jetzt verheerend. Innerhalb der EU sowieso, aber auch international, wo Deutschland immer noch als wichtiges Vorbild gilt. Jeder Bremsversuch wird den ohnehin reichlich unambitionierten Schwellenländern und den USA die Rechfertigung für weitere Jahre der Untätigkeit und gegenseitigen Blockade liefern. Und wichtige Länder wie China, die demnächst eigne Emissionshandelssysteme einführen wollen bzw. dies schon getan haben, könnten diese mit Blick auf das  Schicksal ETS wieder in der Schublade verschwinden lassen. Abgesehen davon – jeder noch so kleine Rückschritt ist ein weiterer Sieg für die Zweifler und Gegner und wertvolle Zeit geht verloren, die es eigentlich schon gar nicht mehr gibt.

Die Prognosen  sind jedenfalls mehr als düster. Die Mehrheit führender Klimaforscher geht davon aus, dass sich die Erde bis zum Ende des Jahrhunderts um 4 bis 5 °C erwärmen wird, wenn es keine radikale Wende in der internationalen Klimapolitik gibt! Gleichzeitig tut man in der Politik noch so, als könnte man selbst für das 2 °C Ziel noch ein bisschen rumtrödeln. Alles der Reihe nach, erst mal die Eurokrise, dann- vielleicht die Klimakrise, so das allgemeine Credo. „Zeit“-Author Frank Diescher wies in einem Artikel vom 4.10. 2012 auf diese gefährliche Naivität der Politik hin. „Der große Selbstbetrug“, so der Titel des Beitrages.

Wie wird eine + 4 °C Welt aussehen? Niemand weiß es genau, aber mit ziemlicher Sicherheit wird es eine sehr lebensfeindliche Welt sein, in der unsere Enkel leben. Vielleicht ja schon unsere Kinder, denn niemand kann genau sagen, ab welchem Punkt der Klimawandel eine irreversible Eigendynamik aufnimmt, die sich nicht mehr stoppen lässt. Schon jetzt gibt es Anzeichen. Die Zahl der weltweit gemessenen Hitzerekorde hat sich jetzt schon gegenüber dem langfristigen Mittel verfünffacht[4].

Führt man sich diese potentiell fatalen Folgen ausbleibender Klimaschutzpolitik vor Augen, dann begreift man auch die globale Dimension der FDP-Blockadepolitik. Es mag sehr übertrieben klingen, aber mit etwas Pech war der 16. April 2013 ein politischer tipping point mit enormen Schadenspotential für unseren Planeten und zukünftige Generationen.

Dass Neoliberale den Zusammenhang zwischen Umweltzerstörung und Wachstum nicht wahrhaben können oder wollen, kann man ihnen vielleicht noch verzeihen. Aber ein derart willkürlicher Boykott jeglichen Klimaschutzes, wie ihn die FDP betreibt, das ist schlicht unmoralisch.

 

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Klimaschutz nervt – zumindest die Anhänger freier Märkte. Denn inzwischen wird immer klarer, dass das bisherige neoliberale Wirtschafsmodell direkt in die Klimakatastrophe führt. Klimaschutz braucht Marktregeln. Das kapiert eigentlich jeder, wenn er es denn kapieren will. Es gibt aber auch durchaus Interessen, das Gegenteil zu glauben oder noch konsequenter, gleich den ganzen Klimawandel als Unsinn, Schwindel oder kommunistische Verschwörung zu verteufeln. Vertreter dieser Weltsicht nennt man Klimaleugner oder Klimaskeptiker.

Die „Zeit“ publizierte am  28.11.12 einen vielbeachteten Artikel über professionelle Klimaleugner. Titel: „Die Klimakrieger“[1]. Guardian-Kolumnist George Monbiot spricht in dem Zusammenhang von der „denial industry“ (der Leugner-Industrie).

Ein brandneue Studie australischer Wissenschaftler, publiziert in „Psychological Science“[2] konnte nun belegen, dass das Phänomen Klimaleugnung – neben anderen Verschwörungstheorien –  signifikant häufiger bei Vertretern neoliberaler Überzeugungen auftritt. Klassischer FDP-Klientel also.

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Liberale Politiker- ein Fall für den Psychologen ??? [3]

Ideologische Borniertheit gegen atmosphärische Gesetzmäßigkeiten, einzig, weil diese im „feindlichen“ Lager bei Grünen, Greenpeace und Co. verortet werden? Freilich! Gerade in Wahlkampfzeiten braucht es schließlich Abgrenzung, Profil, Sündenböcke. Destruktive Klimapolitik ist daher ein schlagkräftiges Thema im Kampf um öko-gestresste Wähler und Parteispenden von leidgeprüften deutschen Großkonzernen.

Frontalpolitik gegen die wissenschaftlichen Fakten traut sich die FDP-Spitze dennoch bisher nicht. Zu erdrückend ist die Beweislage, um sich ganz offiziell auf die Seite der Klimaleugner zu schlagen. FDP Fraktionschef Rainer Brüderle argumentiert daher lieber aus ökonomischer Sicht. Klimaschutz soll doch bitte der Markt selbst regeln, auf jeden Fall darf es nichts kosten. Vor EU-Kollegen riet er zu einer „sinnvollen Pause in der Klimapolitik“ und zum “Vorrang wirtschaftlicher Konsolidierung“.

Die Distanz zu waschechten Klimakriegern hält Herr Brüderle dennoch nicht immer ein, wie bei der gemeinsamen Buchvorstellung mit Günter Ederer in Hamburg[4]. Ederer ist Journalist, Autor und Lobbyist und machte einst Schlagzeilen, indem er den „grünen“ Ex-US Vizepräsident Al Gore mit Adolf Hitler verglich. Bei anderer Gelegenheit moderierte Ederer eine Podiumsrunde, bei der Fred Singer, ein Superstar der Klimaleugnerszene, Öl- und Tabaklobbyist,  seine Überzeugungen zu Treibhauseffekt und Ökosteuern zum Besten geben durfte. Ort der Veranstaltung: Der deutsche Bundestag! Eingefädelt hatte die Veranstaltung Paul Friedhoff, MdB der FDP. Normalerweise organisiert die FDP ihre ideologisch-propagandistische Schlacht ums Klima eher aus der 2. Reihe, zum Beispiel mit Hilfe von Holger Krahmer [5], FDP-Mitglied der liberalen Fraktion im EU Parlament. Er ist ausgerechnet umweltpolitischer Sprecher der Fraktion und gleichzeitig ein besonders aktiver Klimakrieger. Seine Homepage[6]  wimmelt nur so von Thesen und Vorschlägen, die ohne Abstriche aus den Federn der Fossilindustrie stammen könnten. So feiert er auf seiner Webseite die Aufweichung der Emissionsgrenzwerte für PKW als „vernünftige Entscheidung“, wettert gegen das Verbot von Glühlampen und warnt vor einer Verschärfung des Emissionshandels. Und vieles mehr. Ein Sammelsurium gängiger Klimaleugner-Argumente. Schizophrenie á la FDP.

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Holger Krahmer, FDP: Rächer der Glühbirne [7]

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Argumentationshilfe holt sich der gelernte Bankkaufmann Krahmer bei einschlägig bekannten Klimaleugnern wie Benny Peiser vom berüchtigten US-Lobbykartell „Heartland Institute[8]. Er und Peiser gaben erst kürzlich eine Broschüre heraus. Titel: „Unbequeme Wahrheiten über die Klimapolitik und ihre wissenschaftlichen Grundlagen“. Eine handliche Gebrauchsanweisung für den Klimakrieg.

Die FDP mit Krahmer als Strippenzieher organisierte außerdem diverse Veranstaltungen mit eindeutiger Zielstellung, unter anderem am 3. Juli 2012 im EU Parlament. Unter dem Titel „Klimaschutz: die politische Überforderung“ referierten dort Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning über ihr umstrittenes Buch „Die kalte Sonne“

Am Juni 2012 richtete Krahmer zusammen mit der FDP Sachsen eine „alternative“ Klimakonferenz in Dresden aus. Bei der Veranstaltung unter dem düsteren Titel „Sind wir noch zu retten? Zwischen Klimakatastrophe und Ökohysterie“ sollte geklärt werden, „ob es denn überhaupt einen Klimawandel, eine globale Erderwärmung gibt, und falls ja, ob diese dann auch tatsächlich durch uns Menschen verursacht wird.“. Um gar nicht erst mit dem wissenschaftlichen Konsens in Berührung zu kommen, lud man denn als Redner auch keinen einzigen Klimawissenschaftler ein, dafür eine  Handvoll der üblichen Verdächtigen aus der organisierten Leugnerszene wie bereits erwähnten Benny Peiser oder den Zoologen Josef Reichholf, der bei CFACT unter Vertrag ist [9] [10]. CFACT ist ein rechtskonservativer US Think Tank, der durch besonders aggressive Antiklima-Rhetorik auffällt und sich großzügiger Finanzierung durch Exxon Mobil & Co. erfreut.

Ebenfalls bei CFACT „unter Vertrag“ ist Steffen Hentrich, hauptamtlich verantwortlich für Umwelt- und Energiepolitik bei der FDP-nahen „Stiftung für die Freiheit“ (ehem. Friedrich-Naumann-Stiftung). Er ist außerdem Mitarbeiter beim Berliner Institut für Unternehmerische Freiheit (IUF) und Autor zahlreicher neoliberaler und klimaskeptischer Blogs wie „Ökowatch“ und „Freie Welt“. Sein 2011 publiziertes Buch „Realitätscheck für den Klimaschutz –Globale Klimapolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit: Vorschläge für neue liberale Ansätze“ ist Klimabelletristik vom Feinsten. Mitherausgeber des Buches: Holger Krahmer, unser Klimakrieger von den EU Liberalen. Die Kreise schließen sich….doch der Filz wird noch dicker.

Seit 5 Jahren, zuletzt im November 2012 in München, findet regelmäßig eine „Klimakonferenz“ der ganz besonderen Art statt. In gemütlichen Ambiente eines schicken Hotels trifft sich die Elite der deutschen und internationalen Klimaleugnerszene. Die Redner – ein Panoptikum einschlägig bekannter Lobbyisten, Laienprediger und korrupter Wissenschaftler – rekrutieren sich größtenteils aus den Reihen der Veranstalter selbst. Man bleibt gerne unter sich.[12]

cfact1 KopieDie Organisatoren sind die üblichen Lobbybuden wie Heartland Institute und CFACT, das unternehmensnahe Berlin Manhattan Institute (BMI) sowie EIKE [13], ein Jenaer Briefkasten-Verein und bekannteste Adresse der deutschen „denial industry“. Die FDP-„Stiftung für die Freiheit“ war zumindest bis 2011 Sponsor der Veranstaltung.

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CFACT Propaganda [11]

EIKE-Chef Holger Thuss, Mitglied der CDU Jena ist gleichzeitig Europachef von CFACT und Verleger [14] klimaskeptischer Bücher mit martialischen Titeln wie „Öko-Nihilismus“ von Edgar Gärtner oder „Öko-Imperialismus. Grüne Politik mit tödlichen Folgen“ von Paul K. Driessen. Beide Autoren sind ebenfalls auf der Gehaltsliste von CFACT. Holger Thuss´ Aktivitäten sind inzwischen selbst seiner eignen Partei (der CDU) nicht mehr geheuer. Die Jenaer CDU Gruppe jedenfalls distanzierte öffentlich von ihm.

Um so mehr dürfte er sich über den Besuch von Thüringer FDP Prominenz an seinem Stand (Thuss van Riess Verlag) auf Leipziger Buchmesse 2010 gefreut haben. Medienwirksam hält FDP-Mann Patrick Kurth ein Buch des Verlages in die Kamera. Titel des Buches: „Klimahysterie-was ist dran“, Autor: Michael Limburg, „Berater“ bei CFACT, Vize von EIKE.

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Holger Thuss (2.v.l.) mit seinen Freunden von der FDP, Buchmesse Leipzig 2010

Die Pressemitteilung der FDP am folgenden Tag: „Der TvR Medienverlag veröffentlicht im politischen Bereich mit z.T. gesellschaftskritischen Titeln. Kurth konnte sich dabei von dem tollen Einsatz und den interessanten Themen des Verlags überzeugen“ . Alles klar..?

Am Ende bleiben 3 Erkenntnisse:

  1. Klimaleugnung ist keine zufällige Verwirrung, sondern ein lukratives Geschäftsmodell.
  2. Gerade für FDP-Hinterbänkler bietet ein entsprechendes „gesellschaftliches“ Engagement Zukunftschancen in der Lobbyindustrie und federt zudem gegen die Risiken volatiler Wähler und politischer Umschwünge ab.
  3. Es ist unmöglich, dass der ganze Lobbyfilz aus FDP-Stiftung, CFACT, EIKE, Heartland Institute und einzelnen FDP-Funktionären ohne den Segen der Parteiführung existiert.

Insofern bleibt die FDP ihrem Image treu – als randständige Lobbypartei der Konzerne und Bosse.

Ein Klimakiller eben.









[2] Lewandowsky; Oberauer; Gignac: NASA Faked the Moon Landing—Therefore, (Climate) Science Is a Hoax:

An Anatomy of the Motivated Rejection of Science. March26 2013; online

http://pss.sagepub.com/content/early/2013/03/25/0956797612457686.abstract

[3] Quelle: Facebookseite von P. Rösler

[4] Vorstellung des Buches „Träum weiter Deutschland“; mehr dazu auf klimaretter: http://www.klimaretter.info/politik/nachricht/8163-bruederle-hofiert-klimaskeptiker

[8] Lobbyismus im Dienst der Tabak-, Chemie-, Energiekonzerne

[9] Abk. für Committee for a Constructive Tomorrow

[10] weitere Redner der Konferenz: Prof. Dr. Knut Löschke, Leipzig; Prof. Dr. Joseph Reichholf, München, Prof. Dr. Bodo Sturm, HTWK Leipzig; Dr. Benny Peiser, London; Michael Miersch, München. (Quelle: http://www.fdp-fraktion-dresden.de/termine-1026.html)

[12] wie z.B.  H.J. Lüdecke (EIKE), H. Thuss (EIKE, CFACT), C. Monckton (CFACT), F.-K.Ewert (CFACT, EIKE), W. Müller (CFACT, EIKE, IUF, Ex-F. Naumann Stiftung)

[13] Europäisches Institut für Klima und Energie; mehr Infos zu EIKE: https://michaelsclimate.wordpress.com/2011/03/07/eike-ein-institut-stellt-sich-vor/

[14] TvR Verlag Jena

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Der 18. Klimagipfel in Doha ist erwartungsgemäß gescheitert. Oder sagen wir lieber plangemäß, denn ein Weltklimavertrag war ohnehin erst für 2015 vorgesehen. Mal abgesehen von ein paar verzweifelten Inselstaaten und Entwicklungsländern gab es auch sonst kein Interesse an irgendwelchen Fortschritten. Die Nach-mir-die-Sintflut- Politik der vergangenen Jahre ist inzwischen zum Standard geworden. EU-Klimakommisarin Hedegaard nennt es „Kontinuität“. Das Umweltbundesamt spricht sogar von „wichtigen Weichenstellungen“. Ein deutliches Zeichen, dass die Erwartungen an die UN-Klimadiplomatie inzwischen so mager sind wie ein somalisches Rindviech.

Immerhin, das Kyoto-Protokoll wurde verlängert, was irgendwie besser ist als nichts. Zumindest für die Optimisten und Naiven. Ansonsten eher belanglos im Sinne des Klimaschutzes. Leidensverlängerung für ein klinisch totes Abkommen, mit dessen Legitimierung die Fossilindustrie sich ein paar weitere Jahre entspannen kann. Und es wird munter weiter gebohrt, gebaggert und gefrackt. Ganz nebenbei stellt man die Klima-Uhr endgültig auf 5 nach zwölf.

Um all die verdorrenden und absaufenden Länder nicht völlig zu ignorieren, beschloss man außerdem ein paar Finanzspritzen für die am stärksten betroffenen Länder.  Damit kann dann zum Beispiel Kiribati seinen Umzug nach Fiji bezahlen, während die Industrieländer mit geringstem Einsatz  ihr schlechtes Gewissen los sind. Toll, wie dieser Ablasshandel immer wieder funktioniert. Und das alles aus der Portokasse!

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Kiribati: Säuft zwar ab, aber alles halb so wild. Deutschland hilft ja beim Umzug. (Bildquelle: Google Images)

Für akute Klimafolgen wie Naturkatastrophen soll außerdem zukünftig ein separater Geldtopf bereitstehen. „Loss-and-Damage“ nennt sich die entsprechende Verhandlungsrunde. Das ist ein ganz besonders cleveres Geschäftsmodell. Denn Dürren und Überschwemmungen richten nicht nur Schaden an, sondern schaffen auch neue Märkte. Ganze Industrien profitieren, wenn es irgendwo kracht und siecht,  zum Beispiel durch Lebensmittelexporte in Hungergebiete, durch den Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur oder generell durch die Beseitigung struktureller Marktbarrieren in Folge eines Desasters. Das besonders „Schöne“ daran – finanziert wird dies vom globalen Steuerzahler, nicht vom Verursacher. Das kennt man doch schon irgendwo her…

Nur um nicht falsch verstanden zu werden. Auch ich halte es für moralisch geboten und dringend notwendig, armen Länder bei der Bewältigung von Klimaschäden beizustehen. Aber ohne eine gleichzeitige Trendwende bei den Emissionen und die konsequente Dekarbonisierung der Weltwirtschaft wird ein entfesselter Klimawandel ohnehin alles in Frage stellen. Und dann wird das Motto sein: Rette sich, wer es selbst bezahlen kann.

M.S.

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Der UN-Klimavertrag von Rio erweist sich als zahnloser Papiertiger mit fatalen Folgen für die Menschheit. Ob fahrlässige Fehlkonstruktion oder perfide Absicht – er ist die Ursache für die Malaise internationaler Klimapolitik. Jetzt hilft nur noch ein kompletter Neustart. Und ein Ende des Klimagipfelzirkus.

Eine Klimakonferenz im OPEC-Land Katar wirkt ungefähr so deplaziert wie eine Erotikmesse im Petersdom. Gläserne Wolkenkratzer, künstliche Inseln und die gigantische Infrastruktur der Ölindustrie – bräuchte es noch Sinnbilder für die Verschwendungssucht der Menschheit und der Macht der Petrodollars, so fände man sie hier. Und wer schon mal ein Blick die Welt von morgen werfen möchte, der braucht nur ein paar Kilometer aus der Stadt rausfahren. 40° C im Schatten, wobei es nirgends Schatten gibt. Ausgedörrte Einöde so weit das Auge reicht.

Tolle Kulisse für großes Kino also. Und genau der richtige Zeitpunkt für einen allerletzten Klimagipfel.

https://i2.wp.com/www.conservapedia.com/images/1/11/Industrial_Gas_Oil_Qatar.jpgClick for the original image

(Quelle: Google Images)

Vor genau 20 Jahren unterschrieb die Weltgemeinschaft die Klimarahmenkonvention, vor 15 Jahren wurde das Kyoto-Protokoll beschlossen, in diesem Jahr endet es. Was wurde bis dato erreicht? Nichts oder sogar noch weniger. Die Emissionen sind trotz Wirtschaftsflaute auf einem Rekordniveau, Klimaschutz gilt weitläufig als teure Ökospinnerei, ein verbindlicher Klimavertrag steht in den Sternen. Selbst ambitionierte Länder wie Deutschland und Brasilien fallen derweil zurück in egoistische Interessenpolitik, während die Blockierer mehr und stärker werden. So wundert es auch nicht, dass selbst kleine Fortschritte  inzwischen wieder kassiert werden. Gleichzeitig schwindet die letzte Hoffnung auf eine Trendwende, während sich die schlimmsten Befürchtungen zur Gewissheit verdichten. Ein Temperaturanstieg  von 4° C gilt inzwischen als wahrscheinlich. Kaum vorstellbar, was dies wirklich bedeutet. Schon jetzt schmilzt die Arktis dahin. Bei derzeit 0,8 °C über dem Durchschnitt.

Fazit: “Total defeat, no moral victories.” , wie es Bill McKibben¹ ausdrückte.

Deswegen mein Vorschlag, auch wenn es nach Häresie klingt: In Doha sollte man die UN-Klimapolitik in Würde beerdigen. Die Klimarahmenkonvention war von Anfang an zu vage, zu unverbindlich und zu unambitioniert. Zu viele „Strickfehler“. Der eigentliche „Killer“ war jedoch das Konsensprinzip. 193 Staaten sollten einstimmig das Ende von Öl und Kohle beschließen! Die OPEC, Russland, die Vereinigten Staaten inklusive. Wer hat eigentlich je an diesen Unsinn geglaubt? Das wäre dasselbe, als wollte man McDonalds das Bulettenbraten verbieten.

Dann also lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

Um dieser historischen Niederlage einen würdigen Rahmen zu verleihen, könnte man den Klimavertrag von Rio zum Beispiel an der Gasfackel einer Ölplattform verbrennen. Und der Emir von Katar könnte dazu eine Trauerrede halten. Das wäre von seiner Seite nicht einmal zynisch, denn auch er müßte traurig sein. Zu schön war „business-as-usual“, legitimiert durch eine wirkungslose Klimadiplomatie und die fatale Naivität der Klimaschutzbewegung.

Die Lehre aus der Geschichte?

Im besten Fall bleibt die Erinnerung an 20 schicke Klimakonferenzen mit teilweise hohem Urlaubswert. Bali, Cancún, Marrakesch.…Wer nicht dabei war, sieht wohl eher 20 verschwendete Jahre im Glauben an eine schöne Illusion. Doch noch bitterer wäre es, sollte folgende Vermutung wahr sein: Die Klimarahmenkonvention war nicht nur ein Dokument mit ein paar fahrlässigen Mängeln, sondern ein von vornherein bewusst kalkuliertes Blockadeinstrument jener Länder, die ihre Interessen von Klimaschutz bedroht sahen. Und bis heute hat das niemand gemerkt. Ein ungeheuerlicher Verdacht, aber was spricht eigentlich dagegen?

So oder so, bitte macht einfach Schluß mit Klimagipfeln!

¹ Bill McKibben ist Gründer der Organisation 350.org.

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Hier ein exzellenter Artikel des 350.org-Gründers Bill McKibben, publiziert am 4.8.10 bei TomDispatch.com

We’re Hot as Hell and We’re Not Going to Take It Any More

Three Steps to Establish a Politics of Global Warming
By Bill McKibben

Try to fit these facts together:

According to the National Oceanic and Atmospheric Administration, the planet has just come through the warmest decade, the warmest 12 months, the warmest six months, and the warmest April, May, and June on record.

* A “staggering” new study from Canadian researchers has shown that warmer seawater has reduced phytoplankton, the base of the marine food chain, by 40% since 1950.

Nine nations have so far set their all-time temperature records in 2010, including Russia (111 degrees), Niger (118), Sudan (121), Saudi Arabia and Iraq (126 apiece), and Pakistan, which also set the new all-time Asia record in May: a hair under 130 degrees. I can turn my oven to 130 degrees.

* And then, in late July, the U.S. Senate decided to do exactly nothing about climate change. They didn’t do less than they could have — they did nothing, preserving a perfect two-decade bipartisan record of no action. Senate majority leader Harry Reid decided not even to schedule a vote on legislation that would have capped carbon emissions.

I wrote the first book for a general audience on global warming back in 1989, and I’ve spent the subsequent 21 years working on the issue. I’m a mild-mannered guy, a Methodist Sunday School teacher. Not quick to anger. So what I want to say is: this is fucked up. The time has come to get mad, and then to get busy.

For many years, the lobbying fight for climate legislation on Capitol Hill has been led by a collection of the most corporate and moderate environmental groups, outfits like the Environmental Defense Fund. We owe them a great debt, and not just for their hard work. We owe them a debt because they did everything the way you’re supposed to: they wore nice clothes, lobbied tirelessly, and compromised at every turn.

By the time they were done, they had a bill that only capped carbon emissions from electric utilities (not factories or cars) and was so laden with gifts for industry that if you listened closely you could actually hear the oinking. They bent over backwards like Soviet gymnasts.  Senator John Kerry, the legislator they worked most closely with, issued this rallying cry as the final negotiations began: „We believe we have compromised significantly, and we’re prepared to compromise further.”

And even that was not enough. They were left out to dry by everyone — not just Reid, not just the Republicans. Even President Obama wouldn’t lend a hand, investing not a penny of his political capital in the fight.

The result: total defeat, no moral victories.

Now What?

So now we know what we didn’t before: making nice doesn’t work. It was worth a try, and I’m completely serious when I say I’m grateful they made the effort, but it didn’t even come close to working. So we better try something else.

Step one involves actually talking about global warming.  For years now, the accepted wisdom in the best green circles was: talk about anything else — energy independence, oil security, beating the Chinese to renewable technology. I was at a session convened by the White House early in the Obama administration where some polling guru solemnly explained that “green jobs” polled better than “cutting carbon.”

No, really?  In the end, though, all these focus-group favorites are secondary.  The task at hand is keeping the planet from melting. We need everyone — beginning with the president — to start explaining that basic fact at every turn.

It is the heat, and also the humidity.  Since warm air holds more water than cold, the atmosphere is about 5% moister than it was 40 years ago, which explains the freak downpours that seem to happen someplace on this continent every few days.

It is the carbon — that’s why the seas are turning acid, a point Obama could have made with ease while standing on the shores of the Gulf of Mexico. “It’s bad that it’s black out there,” he might have said, “but even if that oil had made it safely ashore and been burned in our cars, it would still be wrecking the oceans.” Energy independence is nice, but you need a planet to be energy independent on.

Mysteriously enough, this seems to be a particularly hard point for smart people to grasp. Even in the wake of the disastrous Senate non-vote, the Nature Conservancy’s climate expert told New York Times columnist Tom Friedman, “We have to take climate change out of the atmosphere, bring it down to earth, and show how it matters in people’s everyday lives.” Translation: ordinary average people can’t possibly recognize the real stakes here, so let’s put it in language they can understand, which is about their most immediate interests. It’s both untrue, as I’ll show below, and incredibly patronizing. It is, however, exactly what we’ve been doing for a decade and clearly, It Does Not Work.

Step two, we have to ask for what we actually need, not what we calculate we might possibly be able to get. If we’re going to slow global warming in the very short time available to us, then we don’t actually need an incredibly complicated legislative scheme that gives door prizes to every interested industry and turns the whole operation over to Goldman Sachs to run.  We need a stiff price on carbon, set by the scientific understanding that we can’t still be burning black rocks a couple of decades hence. That undoubtedly means upending the future business plans of Exxon and BP, Peabody Coal and Duke Energy, not to speak of everyone else who’s made a fortune by treating the atmosphere as an open sewer for the byproducts of their main business.

Instead they should pay through the nose for that sewer, and here’s the crucial thing: most of the money raised in the process should be returned directly to American pockets. The monthly check sent to Americans would help fortify us against the rise in energy costs, and we’d still be getting the price signal at the pump to stop driving that SUV and start insulating the house. We also need to make real federal investments in energy research and development, to help drive down the price of alternatives — the Breakthrough Institute points out, quite rightly, that we’re crazy to spend more of our tax dollars on research into new drone aircraft and Mars orbiters than we do on photovoltaics.

Yes, these things are politically hard, but they’re not impossible. A politician who really cared could certainly use, say, the platform offered by the White House to sell a plan that taxed BP and actually gave the money to ordinary Americans. (So far they haven’t even used the platform offered by the White House to reinstall the rooftop solar panels that Jimmy Carter put there in the 1970s and Ronald Reagan took down in his term.)

Asking for what you need doesn’t mean you’ll get all of it.  Compromise still happens. But as David Brower, the greatest environmentalist of the late twentieth century, explained amid the fight to save the Grand Canyon: “We are to hold fast to what we believe is right, fight for it, and find allies and adduce all possible arguments for our cause. If we cannot find enough vigor in us or them to win, then let someone else propose the compromise. We thereupon work hard to coax it our way. We become a nucleus around which the strongest force can build and function.”

Which leads to the third step in this process. If we’re going to get any of this done, we’re going to need a movement, the one thing we haven’t had. For 20 years environmentalists have operated on the notion that we’d get action if we simply had scientists explain to politicians and CEOs that our current ways were ending the Holocene, the current geological epoch. That turns out, quite conclusively, not to work. We need to be able to explain that their current ways will end something they actually care about, i.e. their careers. And since we’ll never have the cash to compete with Exxon, we better work in the currencies we can muster: bodies, spirit, passion.

Movement Time

As Tom Friedman put it in a strong column the day after the Senate punt, the problem was that the public “never got mobilized.” Is it possible to get people out in the streets demanding action about climate change? Last year, with almost no money, our scruffy little outfit, 350.org, managed to organize what Foreign Policy called the “largest ever coordinated global rally of any kind” on any issue — 5,200 demonstrations in 181 countries, 2,000 of them in the U.S.A.

People were rallying not just about climate change, but around a remarkably wonky scientific data point, 350 parts per million carbon dioxide, which NASA’s James Hansen and his colleagues have demonstrated is the most we can have in the atmosphere if we want a planet “similar to the one on which civilization developed and to which life on earth is adapted.” Which, come to think of it, we do. And the “we,” in this case, was not rich white folks. If you look at the 25,000 pictures in our Flickr account, you’ll see that most of them were poor, black, brown, Asian, and young — because that’s what most of the world is. No need for vice-presidents of big conservation groups to patronize them: shrimpers in Louisiana and women in burqas and priests in Orthodox churches and slumdwellers in Mombasa turned out to be completely capable of understanding the threat to the future.

Those demonstrations were just a start (one we should have made long ago). We’re following up in October — on 10-10-10 — with a Global Work Party. All around the country and the world people will be putting up solar panels and digging community gardens and laying out bike paths. Not because we can stop climate change one bike path at a time, but because we need to make a sharp political point to our leaders: we’re getting to work, what about you?

We need to shame them, starting now. And we need everyone working together. This movement is starting to emerge on many fronts. In September, for instance, opponents of mountaintop removal are converging on DC to demand an end to the coal trade. That same month, Tim DeChristopher goes on trial in Salt Lake City for monkey-wrenching oil and gas auctions by submitting phony bids.  (Naomi Klein and Terry Tempest Williams have called for folks to gather at the courthouse.)

The big environmental groups are starting to wake up, too.  The Sierra Club has a dynamic new leader, Mike Brune, who’s working hard with stalwarts like Greenpeace and Friends of the Earth. (Note to enviro groups: working together is fun and useful). Churches are getting involved, as well as mosques and synagogues. Kids are leading the fight, all over the world — they have to live on this planet for another 70 years or so, and they have every right to be pissed off.

But no one will come out to fight for watered down and weak legislation. That’s not how it works. You don’t get a movement unless you take the other two steps I’ve described.

And in any event it won’t work overnight.  We’re not going to get the Senate to act next week, or maybe even next year. It took a decade after the Montgomery bus boycott to get the Voting Rights Act. But if there hadn’t been a movement, then the Voting Rights Act would have passed in… never. We may need to get arrested.  We definitely need art, and music, and disciplined, nonviolent, but very real anger.

Mostly, we need to tell the truth, resolutely and constantly. Fossil fuel is wrecking the one earth we’ve got. It’s not going to go away because we ask politely. If we want a world that works, we’re going to have to raise our voices.

Bill McKibben is founder of 350.org and the author, most recently, of Eaarth: Making a Life on a Tough New Planet. Earlier this year the Boston Globe called him “probably the country’s leading environmentalist” and Time described him as “the planet’s best green journalist.” He’s a scholar in residence at Middlebury College. To hear him discuss why the public needs to lead the fight against global warming in Timothy MacBain’s latest TomCast audio interview, click here or, to download it to your iPod, here.

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Was würde herauskommen, wenn man Baron Münchhausen und Mr Bean kreuzen könnte? – Lord Monckton!

Klima-und HIV-Experte: Lord Monckton

Hier eine kleine Einleitung für Laien: Für die Klimaleugnerszene ist Lord Monckton so eine Art Galionsfigur, ein Scharfmacher und Populist, der mit ziemlich pathologischer Gehässigkeit vorzugsweise auf Klimawissenschaftler und Nature-Redakteure eindrischt. Jugendliche Klimaaktivisten in Kopenhagen bezeichnete er auch schon mal als „Hitlerjugend“ (link), „Nature“-Redakteure als „jammernde Idioten“. Bis jetzt konnte ich mir Monckton´s Popularität nur damit erklären kann, dass seine Anhänger seine Beiträge zur „Klimadebatte“ entweder nie lesen oder einfach kein ordentliches Englisch verstehen. EIKE-Autor Rudolf Kipp lobhudelt über ihn: „Kaum eine Persönlichkeit in den Reihen der Kritiker an der Wissenschaft und Politik,…., ist in der Lage seine Argumente ähnlich überzeugend, elegant und eloquent auf den Punkt zu bringen.“

Ich hatte im Mai die überaus amüsante Gelegenheit, ihn am CFACT-Stand auf der Bonner Klimakonferenz ein bisschen zu interviewen. Neben viel komödiantischem Unterhaltungswert bekam ich etliche neue „Erkenntnisse“ aus der Wunderwelt des alten Lords….

Klimakonferenz Bonn 2010: Monckton erklärt mir seine wundersame Welt

Hier nur ein paar Auszüge aus unserem „Gespräch“:

  1. Monckton bezeichnet sich selbst als Wissenschaftler. Ich fragte ihn nach seiner Profession. Er sagte, er ist Mathematiker. Ich fragte: „…by training“? Monckton: “No, by experience. I´m architect”.  (In sonstigen Quellen wird er als Journalist gehandelt..???)
  2. Monckton behauptete weiterhin, er könnte alle seine Thesen selbst beweisen. Er betreibt laut eigner Aussage quasi eigne Klimaforschung und rechnet sogar eigne Klimamodelle auf seinem Rechner! Anstatt teuerer Supercomputer reicht ihm ein PC und sein selbsterfundener Algorithmus!
  3. Dann kam noch ein ganz wilde These: Er behauptete tatsächlich, die Erde würde sich seit 1698 konstant erwärmen. Also irgendwie ganz natürlich. „Exakt seit 1698?“, frage ich. Monckton: „Ja exakt“. Er hat nämlich die Temperaturaufzeichnungen eines englischen Klosters ausgewertet (ho ho!!!). Ich (schon sehr amüsiert) frage ein bisschen naiv nach: „ Und damit lassen sich die Globaltemperaturen der letzten 312 Jahre belegen?“. Monckton: „Ja, ich kann das beweisen.“
  4. Er behauptet auch- man höre und staune-, er vertraue nur auf peer-reviewte (also echt wissenschaftliche) Literatur. Als ich um ein paar Literaturhinweise bat-nichts. Als ich fragte, ob er „Nature“ für seriös hält, bejahte er. Auf Nachfrage konnte er sich nicht erinnern, dass er noch neulich die Todesstrafe für „Nature“- Redakteure gefordert hatte.
  5. Als er schon etwas genervt war, verwies er auf seine Publikationen. Ich hakte nach und wollte wissen, wo und wann und was er denn publiziert habe. Er gab mir ein paar Hinweise und tatsächlich gibt es ein paar Zeitungsartikel von ihm- allerdings nichts davon peer-reviewt. – Neben jeder Menge Klimaleugnung schrieb er u.a. einen Artikel zur Übertragung von HIV durch Küssen….!!! (link)

Fakt ist: Der Kerl hat nicht alle Tassen im Schrank. Ein von Wahnvorstellungen getriebener Aufschneider und Hochstapler, dessen einzige wirkliche Expertise im endlosen Schwafeln und dem Verteilen von Beleidigungen besteht.

Mein aufrichtiges Mitleid mit jedem, der diesem Mega-Spinner nur ein einziges Wort glaubt oder sogar mit ihm zusammenarbeitet. Sorry EIKE!

Michael

P.S.: Wikipedia zu Lord Monckton

P.S.S.: Mein früherer Blogpost zu L.M.

P.S.S. Weitere Artikel zu EIKE

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Hier mein “Schlagabtausch” mit dem fleissigen (klimaskeptischen) Kommentator Doc Mabuse.

Es ging anfangs um EIKE, das Jenaer (klimaskeptische) “Institut”, welches im Wesentlichen aus einem Postfach in Jena besteht. Danach hat sich eine -wie ich denke- lesenswerte Diskussion entsponnen, die symptomatisch für die gängige Klimadebatte ist….. Demnächst gehts weiter….

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Hallo Doc,

Noch ein kleines Rechercheergebnis zu unserer amüsant-sinnlosen Postfachdebatte bzw. dem Besitzer diesselben. Das Postfach wird gleichzeitig vom Jenaer Verlag TvR benutzt. Dessen Eigentümer ist Holger Thuss, gleichzeitig Chef von EIKE. Der wiederum verlegt die ganzen “Klimaschwindel”-Bücher von anderen EIKE-Mitgliedern, für die er auf der EIKE-Webseite wiederum Werbung macht. Thuss ist auch sonst anscheinend ein ganz ordentlicher Vereinsmeier, denn gleichzeitig Mitglied der CDU in Jena, Europachef von CFACT, einer rechtskonservativen US-Lobbybude, weiterhin Vizechef eines dubiosen “Paneuropa-Thüringen”-Vereins. Früher war er Jena-Chef des “Rings christlich-demokratischer Studenten” (RCDS) . Man muss da freilich keine Interessenkonflikte und ideologische Verfilzungen vermuten, aber nur ein Spinner glaubt doch im Ernst, dass es EIKE um sachliche und konstruktive Meinungsbildung geht. EIKE ist eine von der Industrie geschmierte Lobbybude und nichts weiter.
…Schlimmer noch, als sie die “Gegenseite” als Nutzniesser der angeblichen Klimapanik bezeichnen bzw. sich selbst politische/ökonomische/ideologische Unabhängigkeit (Satzung: “Der Verein EIKE verfolgt seinen satzungsmäßigen Vereinszweck unabhängig von politischen Parteien, Religionsgemeinschaften, sonstigen Verbänden, Vereinen und Organisationen.”) bescheinigen.
Wer´s glaubt wird selig. Genauso wie jemand der glaubt, EIKE wäre ein wirkliches Institut (im Sinne einer real existierenden Infrastruktur).

Anyway, auch dir schöne Ostern
Michael

P.S. Wie krieg ich denn solche Smileys in den Text reingebaut?

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Doc Mabuse:

Na ja, Lobbydenken gibt es doch überall und erst recht unter den Klimahysterieschützern.

Alles muss irgendwie finanziert werden, alleine daraus kann man also wohl niemandem einen Strick drehen. Konzentriert man sich auf die Fakten braucht EIKE sich nicht zu verstecken.

Klar, es sind eindeutig Skeptiker-Seiten – und damit ein wichtiger Gegenpol zu der Vielzahl anderer Seiten, die ideologisch nämlich genauso stark beeinflusst sind, nur meist eher unauffällig nach außen hin.

Ich denke das liegt daran, dass Skeptiker wie EIKE halt ein wenig Lärm machen müssen um Gehör zu finden, denn die Gegenseite hat sich in ihrem auf Sand gebauten Elfenbeinturm lange Zeit sehr erfolgreich vor jeder Kritik verschanzt. Vermutlich ist man den Vorschlägen von Futerra’s RulesOfTheGame.pdf gefolgt, sich nicht auf Diskussion mit Skeptikern einzulassen, damit Zweifel in der Bevölkerung gar nicht erst entstehen.

Niemand schreibt wirklich neutral und unabhängig. In der Klimadebatte wohl auch gerade deshalb nicht, weil dieses Thema mehr und mehr zu einer Glaubensbewegung mutiert ist.
Jeder wird von Ideologien geleitet. Ein und dieselbe Pressemitteilung von verschiedenen Journalisten interpretiert bzw. abgeschrieben und mit eigenen Worten ausgeschmückt, verkehrt die Gesamtaussage bekanntermaßen manchmal bis ins Gegenteil. Dass auch Wissenschaftler sich nicht von Ideologien freimachen können, wissen wir ja spätestens seit Climategate.

Eine real existierende Infrastruktur wie ein eigenes Instituts-Gebäude hat EIKE nicht? Nun, wenn das so ist, dann können die “Schmiergelder” ja wohl doch nicht so hoch sein… Offenbar also überhaupt kein Vergleich zu den Milliarden Euro an Forschungsgeldern für all diejenigen, die dem IPCC-Klimakonsens zuzurechnen sind.

Gruß vom Doc

p.s. Die Smileys wurden automatisch generiert aus Semikolon und Klammer zu. Ich teste für Dich mal ein paar Variationen mit und ohne Nase: ,) ,-) 😀

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Hallo Doc Mabuse,

auch wenn du mir die Zeit „raubst“, bist du doch eine Quelle der Inspiration und häufigen Kopfschüttelns….

zu 1. Klar gibt es Lobbydenken überall dort, wo es um Geld geht. Warum „erst recht“ bei den „Klimahysterieschützern“ kapier ich leider nicht, sobald ich mal kurz nachdenke, wie denn diese Welt so im Allgemeinen tickt und wo die Kohle sitzt. Es ist mir wohl entgangen, was für kleine, arme Würstchen die Waffen,- Öl-, Atom-, Ärzte-, Bauern-, Banken-, usw…….Lobbies derweil geworden sind, während die globale Solar- und Windkraft-Mafia wohl die Weltherrschaft übernommen hat… .??? ,-)

Zu2. „Alles muß irgendwie finanziert werden“. Alles und irgendwie? Sorry, aber das ist ein echtes „DrMabuse-Gate“…
Welche Fakten bei EIKE? Ich suche schon dauernd verzweifelt danach!

Zu 4. Lärm macht nicht glaubwürdig, allenfalls populär (siehe Bildzeitung). Ich gebe dir aber recht, dass es in der Wissenschaft auch viele eitle Vögel gibt, die um Posten und Ruhm schachern. Allerdings schützt das die nicht vor Kritik, im Gegenteil. Eine schlechte wissenschaftliche Arbeit abzuliefern kann jederzeit die Karriere beenden, wenn es denn überhaupt publiziert wird. Denn die Konkurrenz sitzt im eignen Lager. Umgekehrt: Wer heutzutage gross rauskommen will, der muss nur das Gegenteil vom Klimawandel beweisen. Das wäre eine echte Sensation. Das Problem: Es gibt den Klimawandel. Das hat man schon vor 1992 festgestellt und deshalb die Klimarahmenkonvention (UNFCC) unterschrieben, zu Zeiten, als es weder das PIK Potsdam, noch ein IPPC noch „Klimahysteriker“ gab….

Zu 4. Vorsicht mit diesen Verallgemeinerungen: Ich schreibe nämlich unabhängig und neutral, habe aber freilich eine Meinung.
Das Wort „Glaubensbewegung“ trifft ja wohl eher auf die Skeptiker zu, denn sie können ihre Meinung durch nichts belegen (Wenn ja, wie und wo?). Die einzige Grundlage ihrer Argumentation sind Verweise auf wissenschaftliche Fehler oder offene Debatten, die eine unbestrittene Realität und Normalität der Forschung sind. Insbesondere Prognosen sind nie 100 % richtig. Aber das behaupten die ja nicht mal selber. Die Klimamodelle beinhalten Szenarien mit verschiedenen Wahrscheinlichkeiten und es gibt noch viele Unsicherheiten, weil die Klimarückkopplungen sehr komplex sind. Dennoch haben sich ältere Modelle bis jetzt sogar als erstaunlich robust erwiesen, auch wenn man nicht das Badewetter vom 3. Juli 2023 berechnen kann. Die physikalischen Grundlagen dieser Modelle kann man jedoch nicht bestreiten, denn man kann sie beobachten, messen bzw. im Labor nachweisen. Dazu gehört nun mal der Treibhauseffekt, die Veränderungen in der Natur, die CO2 Konzentration, die Temperaturen etc.
Was politische Entscheidungen angeht, da geht es um Risikomanagement und deswegen kann man nicht erst handeln, wenn die Kacke am dampfen ist. Man glaubt ja auch nicht erst an Lungenkrebs durch Rauchen, wenn man am Verrecken ist….
Dass die Medien von Übertreibungen und Katastrophen leben, ist leider wahr. Die werden allerdings von beiden Seiten genutzt. Derzeit ist allerdings eher Mode, den Untergang der freien Wirtschaft zu prophezeien, von denselben Leuten, die sich über „Alarmismus“ und „Klimahysterie“ beklagen. EIKE feiert sich übrigens auch selbst, wenn sie mal in einer Zeitung auftauchen, während sie dieselben Zeitungen schmähen, wenn’s mal nicht in den Kram passt .

Zu5. Aha, ich liebe deine inverse Logik. Ich dachte bisher, gerade Schmiergelder lieben Briefkastenfirmen. Und: Ein Gebäude brauchen die gar nicht, weil sie ja nichts weiter machen, als irgendwelche Unsinn auf ihrem Schlafzimmer-PC zusammenzuschreiben und auf ihre Webseite hochzuladen. Das einzig konsistente an deren Artikeln ist, dass sie inflationsartig mit Attributen wie „berühmter Forscher“ und „sensationeller Artikel“ um sich werfen. Einfach lächerlich…..
Ich glaube zwar durchaus, dass es gerade Mode ist, Geld für Klimaforschung zu beantragen bzw. dadurch seine Chancen zu erhöhen . Aber das die Klimawissenschaft reihenweise mit Forschungsgeldern geschmiert wird, ist eine der klassischen Verschwörungstheorien der Skeptikerszene. Das glaubt der Bürger gerne, weil er sich eh dauernd beschissen fühlt….
Die Realität ist: Ein Prof am PIK kriegt sein Gehalt nach irgendeinem Bundestarif, genauso wie der BWL’er oder Kunsthistoriker -und nicht vom IPCC.
Nach derselben Verschwörungslogik hätte es in den USA unter G. W. Bush nur klimakritische Forschung nebst entsprechender Ergebnisse geben dürfen….

Machs gut. michael

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Doc Mabuse:

Meinst Du wirklich, die Basis der Klimaforschung beruht zum größten Teil auf physikalisch gesicherten Erkenntnissen!?

Dann liegst Du ganz klar daneben, denn es handelt sich noch immer lediglich um Theorien, Hypothesen, Modelle, Projektionen (zum Treibhauseffekt komme ich gleich noch).

Es gibt ja noch nicht einmal den viel beschworenen “Konsens” unter Klimaforschern in der dargestellten Form. Eine repräsentative Studie von Kepplinger & Post (googlen) unter deutschen Klimaforschern zeigt deutliche Unterschiede auf.
Wofür benötigt man überhaupt einen solchen Konsens, wenn doch alles wissenschaftlich abgesichert ist? Die Antwort ist: Eben gerade weil es keine unanfechtbaren physikalisch eindeutigen Grundlagen gibt, sondern nur verschiedene immer wieder aufs neue modifizierte Theorien (ich sage hier nur: Wasserstoffrückkopplung).

Du schreibst: “Wer heutzutage gross rauskommen will, der muss nur das Gegenteil vom Klimawandel beweisen. Das Problem: Es gibt den Klimawandel”

Moment, es geht überhaupt nicht um den Klimawandel. Es geht um den noch immer nicht erbrachten wissenschaftlichen Beweis eines anthropogenen Einflusses auf das Klima durch CO2, und um die angeblich daraus resultierenden Katastrophen.

Hier mal ein paar der bekannten Katastrophen-Prognosen:

– Stürme und Hurrikane nehmen bei Erderwärmung zu?
Nein. Sie nehmen ab, und zwar aufgrund sinkender Temperaturunterschiede zwischen Äquator- und Polregionen. Ursächlich für höhere Versicherungsschäden sind: Höhere Versicherungswerte als damals, mehr Menschen die an den Küsten leben. Außerdem werden heute weit mehr Schäden erfasst und in den Medien kommuniziert als damals.

– Der Meeresspiegel steigt besorgniserregend schnell?
Nein. Er steigt bereits seit dem Ende der letzten Eiszeit, also seit bereits 6000-10000 Jahren, um durchschnittlich 1-3mm pro Jahr, dh. ein natürlicher Prozess.

– Die jetzige Erwärmung ist ungewöhnlich schnell?
Nein. Mehrere Phasen mit exakt gleicher Steigungsrate sind für die jüngere Vergangenheit nachweisbar (Phil Jones!). Sehr alte Proxydaten können leider nicht fein genug aufgelöst werden, so dass Vergleichsmöglichkeiten mit der entfernten Vergangenheit nur schwer bis gar nicht möglich sind.

– Das Jahr 1998 war das wärmste Jahr seit Beginn der Messungen?
Nein. Es war das Jahr 1934.

– Tuvalu und die Malediven versinken?
Nein. Koralleninseln wie die Malediven wachsen mit, wenn der Meeresspiegel steigt. Zudem ist der Meeresspiegel bei Tuvalu seit Jahrzehnten konstant, bei den Malediven sogar gesunken(!) (der Meeresspiegel verhält sich regional unterschiedlich)

– Inseln versanken bereits im Gangesdelta wegen dem Klimawandel?
Nein. Verschiedene geomorphologische Prozesse in dieser Extremregion sind dafür verantwortlich. Inseln wie z.B. “Lohachara” (die als erste Insel galt die aufgrund des Klimawandels versunken ist), stieg bereits 2 Jahre später wieder empor! Insgesamt entsteht im Gangesdelta sogar mehr neues Land.

– Artensterben durch höhere Temperaturen?
Nein. Das Gegenteil ist wahrscheinlicher, da die Artenvielfalt bei Erwärmung zunimmt.

– Der Eisbär stirbt durch Erderwärmung aus?
Nein. Es gibt ca. heute 5x mehr Eisbären als damals, zudem hat der Eisbär bereits mehrere Warmzeiten überlebt.

– Die Arktis schmilzt “vor unseren Augen”?
Die Arktis nimmt seit 2008 wieder an Größe zu. Sie ist zur Zeit (Angang April) sogar wieder genau so gross wie vor 30 Jahren wie die Satelliten-Vergleichsbilder bei University of Illinois zeigen. Sogar die Konzentration hat deutlich zugenommen. Die Antarktis wird sogar seit Beginn der Messungen 1979 stetig größer.

D.h.: Schon allein diese og. Katastrophen (vom Himalaya-2035-Irrtum und den ganzen IPCC-Fehlern mal ganz zu schweigen) haben sich inzwischen als unhaltbar und sogar gegenteilig erwiesen. Endlich berichten auch Medien wie (Welt, Spiegel, Sueddeutsche und andere). Die Skeptiker waren allerdings schneller…

Zum Punkt: “Alles muss irgendwie finanziert werden”
Ja klar, “Irgendwie” bedeutet natürlich nicht, dass Terror, Betrug, etc. dazugehören. Aber DAS müsste ja wohl selbstredend ganz klar sein!

Zum Punkt: “Welche Fakten bei EIKE?”:
Du Schelm, soll ich jetzt alle möglichen Seiten dort aufzählen? Ich glaube kaum, dass das irgendwas bringt, da du in Bezug auf EIKE einfach viel zu skeptisch bist (hey dann bist Du ja doch ein Skeptiker, irgendwie…)

Zum Punkt, die Skeptiker könnten ihre Meinung durch nichts belegen:

Unsinn. Es gibt mittlerweile allein über 500 peer-reviewed skeptische Studien konträr zur aktuellen Ansicht (kann ich hier Links posten? Ich lasse vorsichtshalber http, dot, slash mal weg: tinyurl com y9jrjaf).
In der Beweispflicht befinden sich allerdings üblicherweise immer diejenigen, die irgendwelche neuen theoretischen Klima-Vorhersagen…Verzeihung: “Projektionen” auf der Basis unbewiesener Grundlagen präsentieren.

Ja, und die wichtigste Grundlage der Klimahysteriker ist der CO2-verstärkte Treibhauseffekt, und gerade der kann im Labor eben nicht(!) nachgewiesen werden. Lediglich eine generelle IR-Aktivität von CO2 lässt sich exerimentell bestätigen. Dies allein hat mit dem Treibhauseffekt insgesamt aber nicht zwangsläufig etwas zu tun, was bei seriösen (Schul-,Uni-)-Experimenten aber normalerweise auch kommuniziert wird.

Für einen wissenschaftlich gültigen Beweis eines CO2 verstärkten Treibhauseffektes würde man mindestens benötigen: eine mehrere km lange Luftsäule mit nach unten hin ansteigenden Druckverhältnissen und Temperaturen, Konvektion Luftverwirbelung usw.
Ohne all das ist ein Beweis eines CO2-getriebenen Treibhauseffektes nicht möglich. Ich zitiere die Deutsche Meteorologische Gesellschaft: “Es ist unstrittig, daß der anthropogene Treibhauseffekt noch nicht unzweifelhaft nachgewiesen werden konnte.”

Zum Punkt: “Ein Prof am PIK kriegt sein Gehalt nach irgendeinem Bundestarif, genauso wie der BWL’er oder Kunsthistoriker – und nicht vom IPCC”:

Natürlich kommen die Forschungsgelder nicht vom Klimarat selbst (obwohl Pachauri eigentlich ja ein paar Kröten locker machen könnte LOL). Mit “dem IPCC-Klimakonsens zuzurechnen” versuchte ich auszudrücken, dass Forscher als Nutznießer der IPCC-Hysterie-Bewegung mit auf das Trittbrett der staatlichen Finanzierung aufspringen. Das gab es auch schon beim Waldsterben, die Analogien zum Klima-Alarmismus sind überwältigend.

Ich denke, Du bist anscheinend sehr engagiert was ich wirklich positiv finde, doch leider nicht richtig informiert. Schade, denn mit Deinem Enthusiasmus wärst Du bei “den Skeptikern” sicherlich sehr willkommen…

Gruß vom doc

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Hi Dr Mabuse,

da hast du aber schön aus irgendeiner Skeptiker-Bibel rezitiert….Alles bekannter kalter Kaffee und größtenteils falsch, irrelevant, aus dem Zusammenhang gerissen bzw. veraltet. Ich kann aus Zeitgründen nicht auf jedes deiner Argumente eingehen, aber schon an ein paar von deinen Beispielen wirst du merken, wie sehr es sich lohnt, skeptischer gegenüber Klimaskeptikern zu sein!

So finde ich es schon mal eine schöne Vorlage, dass du eine altehrwürdige und seriöse Institution wie die Deutsche Meteorologische Gesellschaft (DGM) zitierst. Aber bitte doch nicht ein Statement von 1999!, sondern das aktuellste von 2007. DGM:„Es ist wissenschaftlich gesichert, dass der Mensch in zunehmendem Maß das Klima beeinflusst. Hauptursache ist die Freisetzung langlebiger, klimawirksamer Spurengase…“ ( link)
Damit hake ich mal das Kapitel anthropogener Klimawandel ab.
Jetzt kannst du freilich wieder die große Verschwörungskeule schwingen, aber das widerspricht ja deiner eignen Aussage, dass es gar keinen „viel beschworenen Konsens unter Klimaforschern“ gibt. Eine Verschwörung würde ja nun mal eben jenen Konsens erfordern, nicht wahr? Tatsache ist, es gibt einen wissenschaftlichen Diskurs, wo manche Dinge umstritten sind, andere gelten als eher sicher, manche als bewiesen. Und ständig gibt es neue Erkenntnisse, wie in jeder anderen Wissenschaft auch.
Die Verleumdungsstrategie der Skeptikerlobby hat es leider geschafft, differenziertes Denken abzuschaffen und das (oft berechtigte) Misstrauen der Bevölkerung in jedwede Institution explizit auf die Klimaforschung zu kanalisieren. Und auch klar: Es gibt Fälle von Machtmissbrauch, Betrug, Fälschung. Aber deswegen sind doch nicht tausende unabhängige Publikationen alle falsch!

· Was ist „Wasserstoffrückkopplung“? ???

· „Stürme nehmen ab“:? „Aufgrund sinkender Temperaturunterschiede zwischen Äquator und Pol“? Wo steht so was?

· „Koralleninseln wachsen mit“: Willst du mich veräppeln? Die Riffe draussen um die Inseln rum wachsen freilich und sind eh schon unter Wasser. Aber die Inseln stehen auf toten Kalkgerippen, oben drauf noch eine Schicht Humus, Kokospalmen und Beton. Wie zum Teufel soll das wachsen? Korallen sind Lebewesen!

· Malediven. Meeresspiegel sinkt: ??? Oder hebt sich die Insel? Egal, gibt eine schöne Webseite der University of Colorado, wo die Pegelstände abrufbar sind. Malediven: 75° LONG, 0° LAT. Auch nicht schlecht, die NASA Seite. (link, link)

· „Gangesdelta …neues Land entsteht“: Freilich, wie in den meisten Deltas. Wegen Sedimentation. Was hat das mit Klimawandel und dessen Folgen in der Zukunft zu tun?

· „Kein Aussterben von Arten“: Erstens, Artenbildung verläuft viel langsamer als der derzeitige Klimawandel. Zweitens ist unsere Umwelt ohnehin schon so geschädigt, dass man mit den Verweis auf prähistorische Zeiten und natürliche Bedingungen nicht weiter kommt. Das Artensterben läuft schon derzeit rasend schnell. Klimawandel ist nur noch ein zusätzlicher Faktor.

· „Eisbären, 5x so viele“….: Im Vergleich zu wann? Wo hast du diese Information her? Abgesehen davon-keine natürliche Population von Säugetieren kann sich verfünffachen, es sei denn, sie wurde vorher extrem dezimiert. Und: Der Verweis auf eine vergangene Positiventwicklung besagt gar nichts über befürchtete Bedrohungen in der Zukunft.

· „Die Arktis nimmt seit 2008 wieder zu“: Wieder so eine „Ente“. Du solltest lieber keine Forschungsinstitute als Quelle angegeben. Wenn ich bei der Uni Illinois nachschaue, steht da folgendes: „Sea ice extent averaged over the Northern Hemisphere has decreased correspondingly over the past 50 years.” Es gibt auch ein paar schöne Grafiken. Hier das link.

Ich hoffe, das reicht erst mal…hab einfach nicht genug Zeit. Ich würde gerne unseren Dialog als blogpost verarbeiten. OK?
Und: Bleib mal schön bei deiner Klimabelletristik von EIKE & Co.
Du kannst sie ja ruhig als Fakten ansehen. Und ich kann weitere Geheimnisse aus der Wunderwelt der „Klimarealisten“ erfahren, ohne sie selbst recherchieren zu müssen.

Tschüss Michael

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HI Michael,

ich antworte schonmal kurz auf ein paar Punkte, zum Rest komme ich später. Keine Angst, ich werde Dir nicht Deine Zeit stehlen… antworte einfach wenn Du Zeit & Lust hast!

1. WasserDAMPF-Rückkopplung wollte ich sagen: Durch höhere Temperaturen kann Luft mehr Wasserdampf aufnehmen, was zu einem Rückkopplungs-Effekt führt. Wie hoch jedoch der Effekt genau ist, da wird halt mal wieder spekuliert ohne Ende. Aus 1°C möglicher Erwärmung werden so mal eben ganz schnell 4°C zusätzliche Erwärmung gemacht… oder mehr. Und daher eine extreme Ungenauigkeit in den Klimamodellen.

2. Zur Abnahme von Stürmen (Aquätor-Polregionen) habe ich hier etwas aus dem aktuellen Spiegel vom 1.4.2010 (“Die Wolkenschieber”), es gibt aber auch weitere Quellen:

“Physikalisch ist es leicht zu erklären, dass den meisten Weltgegenden gar keine stürmischeren Zeiten bevorstehen. Denn nach den Modellen erwärmen sich die hohen Breiten stärker als die Regionen rund um den Äquator (was auch erklärt, warum der Klimawandel in der Arktis schon so deutlich sichtbar ist). Unterm Strich nehmen die Temperaturunterschiede auf der Planetenoberfläche damit ab – wodurch die Winde sogar schwächer wehen.”

(…)publizierte Landsea gemeinsam mit den Top-Hurrikan-Forschern der USA eine Untersuchung, die endgültig die Luft rauslässt. Ihr Fazit: “Tropische Stürme werden in der Zukunft eher in ihrer Häufigkeit abnehmen oder aber auf einem praktisch gleichen Niveau bleiben.” Die Windspitzen könnten zwar etwas zunehmen; doch das seien “keine wirklich substanziellen Veränderungen”

( Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,686437-5,00.html )

3. Zu den Malediven:
Aus einem Artikel von Wissenschaft.de mit dem Titel “Warum die Malediven nicht verschwinden werden”:

“Korallen-Inseln wachsen mit, wenn der Meeresspiegel steigt. Inselgruppen wie die Malediven im Indischen Ozean brauchen den Meeresspiegelanstieg womöglich nicht zu fürchten: Die Korallen-Atolle wachsen einfach mit, wenn das Wasser steigt, berichten Paul Kench von der University of Auckland in Neuseeland und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Geology.

Die Malediven, so fanden Kench und seine Kollegen durch Bohrungen und Altersdatierungen heraus, wuchsen vor 5.000 Jahren auf einem untergetauchten Korallenriff bis über die Wasseroberfläche. Seitdem ist der Meeresspiegel bereits um 2,50 Meter gestiegen, ohne dass die Inseln wieder verschwunden wären.

Gerade solche Ereignisse, die die kleinen Tropeninseln zu gefährden scheinen, tragen wesentlich zu ihrer Rettung bei: Tsunamis und Stürme nagen nicht am Fundament der Inseln, sondern schwemmen Sand und Geröll aus dem Riff aufs Land. Aus diesem Grund ragen Korallenriffe nie höher als etwa 1,50 Meter aus dem Meer heraus – so hoch, wie die höchsten Sturmwellen reichen.”

( Quelle: http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=249034 )

Und hier aus einem anderen Artikel:
“Die Malediven werden nicht untergehen: Der Meeresspiegel steigt weltweit seit längerem, ausser in einigen wenigen Gebieten – darunter die Malediven. Daten deuten darauf hin, dass der Meersspiegel um die Malediven in den vergangenen 50 Jahren sogar um bis zu 30 Zentimeter gesunken ist. “Das war definitiv unerwartet”, sagt Jonathan Overpeck, Direktor des Instituts für die Erforschung des Planeten Erde an der Universität Arizona. Verantwortlich seien vermutlich lokale Faktoren wie Strömungen und Meerestemperatur.”

Allerdings mit einem Manko:
“Kench warnt allerdings, dass sich einige Inseln nicht an den steigenden Meeresspiegel anpassen könnten – ausgerechnet die, auf denen die meisten Menschen leben: Male mit der Hauptstadt und Hulule. Ihre Bewohner müssten wahrscheinlich umsiedeln.”

( Quelle: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/23692660 )

4. Dass es sich um eine “große Verschwörung” handelt, bei der quasi “alle Klimaforscher” ganz bewusst mitmachen, denke ich übrigens nicht! Denn DAS wäre einfach viel zu unwahrscheinlich, ja VÖLLIG unmöglich. Nein, das ganze System hat sich, absolut vergleichbar mit der Situation beim Waldsterben, mehr oder weniger selbst aufeinander eingespielt, bzw. selbstorganisiert. Forschungsgelder können mächtiger sein als manche Lobby! Einige Forscher wie bei der CRU als harter Kern, die als Fachkollegen stets zusammenhalten und bedingt durch den politischen Auftrag kein Interesse an sinkenden Temperaturen haben, quasi eine Art “ungeschriebenes Gesetz”.
Keith Briffa schrieb in einer der gehackten eMails: “I know there is pressure to present a nice tidy story as regards ‘apparent unprecedented warming in a thousand years or more in the proxy data’ but in reality the situation is not quite so simple.”.

5. Zum Artensterben:
Ja, WENN der Klimawandel sich tatsächlich so dramatisch schnell vollziehen WÜRDE (das es hier allerdings große Probleme aufgrund von zusätzlichen Umweltschäden geben könnte, dem stimme ich zu). In den letzten 15 Jahren stieg die Temperatur nur unsignifikant (Phil Jones, http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8511670.stm). Nach einem außergewöhnlich schnellen Klimawandel sieht das für mich ehrlich gesagt nicht aus. Zudem gab es wie bereits erwähnt auch schon Phasen mit gleicher Steigerungsrate. Die Zukunfts-Projektionen halte ich für viel zu variabel, unglaubwürdig und deshalb wenig hilfreich.

Artikel dazu: http://www.welt.de/debatte/article6692778/Der-Klimawandel-ist-Tieren-und-Pflanzen-schnuppe.html

6. Zum Treibhauseffekt:
Du hast aus der “Stellungnahme der DMG zur Klimaproblematik” von 2007 zitiert. Darin geht es überhaupt nicht um den Treibhauseffekt. Dieses Schreiben ist zudem “aufbauend auf Aussagen des IPCC” entstanden, so wie offenbar sämtliche weiteren Schriftstücke der DMG nach 1999. Es enthält alarmistische Aussagen wie “Anstieg des Meeresspiegels um 7m durch komplettes Abschmelzen des Grönlandeises” (dies würde mindestens mehrere Jahrhunderte bis ein Jahrtausend dauern) sowie “da nur unzureichend bekannt ist, wo die kritischen Schwellen liegen, müssen wir den weltweiten Ausstoß von Treibhausgasen bis zum Ende des Jahrhunderts drastisch reduzieren” (nichts genaues weiss man nicht, aber handeln müssen wir trotzdem und dazu noch drastisch), d.h.: Die IPCC-typischen Übertreibungen & politische Aussagen von einem nicht-politischen Verein wie der DMG! Dazu brauche ich also noch nichtmal die “große Verschwörungskeule” rausholen, denn es ist schlicht eine politische Stellungnahme.

Das Wort “Treibhauseffekt” wird darin nicht 1x erwähnt. Zum Treibhauseffekt selbst existiert bei der DMG noch immer lediglich die von mir zitierte Stellungnahme aus dem Jahr 1999. Warum das? Die Antwort ist: Weil der Treibhauseffekt im Ganzen wissenschaftlich noch immer nicht bewiesen werden konnte! Inwieweit IR-aktive Gase tatsächlich einen bedeutenden Einfluss auf die bodennahen Temperaturen in einem komplexen, nichtlinearen System haben, ist nämlich nach wie vor völlig unklar! Inwieweit der anthropogene Anteil tatsächlich zur Temperaturerhöhung beträgt, und ob daraus Katastrophenszenarien abgeleitet werden können, ist nicht geklärt.

Du machst es Dir ja sehr leicht den Punkt “anthropogener Klimawandel durch CO2″ einfach mal eben als Tatsache abzuhaken. Wie wohl die meisten Forscher, die sich sich mit dieser entscheidenden Grundsatzfrage (verständlicherweise) nicht auch noch zusätzlich belasten wollen. “The science is settled” sagen diejenigen, die der Frage aus dem Weg gehen möchten. Ironisches Zitat hierzu: “Doch doch, gesicherte Erkenntnisse gibt’s haufenweise in der Klimaforschung! Die meisten sind sogar ein paar Jahre gültig…”

7. Zum Gangesdelta:
Was das Beispiel mit dem Klimawandel zu tun hat, habe ich anhand von “Lohachara” bereits beschrieben: Nichts, das ist ja gerade der Witz! Es ist wie Du auch sagst: Inseln entstehen dort z.T. durch Sedimentation. Dieselben Inseln verschwinden z.T. durch Erosionseffekte. Erzähl das aber bitte mal der Presse, denn alle Jahre wieder versinken solche Inseln im Gangesdelta angeblich “wegen des Klimawandels”. Es ist ein Running-Gag! Es wurde sogar schon eine sog. “Lohachara-Skulptur” an Oskar-Preisträger verliehen, als Symbol gegen den Klimawandel. Nur zwei Jahre später stieg Lohachara auf einmal wieder empor und befindet sich nun wieder bis zu 90cm über dem Meeresspiegel!

Erst kürzlich “versank” dort eine weitere Insel namens “New Moore Island” (auch “South Talpatti” genannt), und abermals wurde berichtet, schuld daran habe wohl der Anstieg des Meeresspiegels durch den Klimawandel. “South Talpatti” entstand übrigens erst 1970, nach einem Zyklon!

8. Zur Arktis:
Mein Hinweis zur Arktis war korrekt. Ich habe die Satellitenbilder von Anfang April 2010 mit Anfang April 1980 verglichen. Da gibt es kaum einen Unterschied, aber…sieh doch selbst: http://igloo.atmos.uiuc.edu/cgi-bin/test/print.sh?fm=04&fd=07&fy=1980&sm=04&sd=07&sy=2010

Natürlich zeigt dieser Vergleich nur einen aktuellen Schnappschuß. Jedoch zweifellos ein positiver Trend, der zudem offenbar von den Modellen nicht vorhergesagt wurde (wie auch manches andere nicht). Ich vermute allerdings, dass die Arktis im Sommer 2010 wieder kleiner sein wird als im Sommer 1980. Doch wirklich wissen kann das niemand. Den Start von Cryosat-2 habe ich live verfolgt. Drei bis max. fünf Jahre soll die “fliegende Hundehütte” ja nun die Pole vermessen. Länger wäre besser, aber dann müsste wohl jemand rauf zum Nachtanken für die Manövrierdüsen….

9. Eisbären:
Die Population stieg von ca. 5.000 Exemplaren in den 50er Jahren auf mittlerweile ca. 25.000. (viele Quellen, u.a. Wikipedia: Eisbär). In den 1950er-60er Jahren waren sie allerdings durch Jagd stark dezimiert, wie Du richtig angedeutet hast.
Sie werden auch heute noch geschossen und dennoch sind es z.Zt. etwa 25.000 Exemplare. Sie sterben durch Patronenkugeln, nicht durch den Klimawandel. Zu Deiner Bemerkung, dass sie durch Eisschmelze in der Zukunft evtl. bedroht seien: Das ist ja genau der Punkt. Sämtliche Prognosen sind immer nur in die Zukunft gerichtet und gehen dabei von den üblichen zweifelhaften Klimamodellen aus. Außer den Jägern gibt es real und aktuell meines Wissens keine Probleme für die Eisbären.

Ich hoffe, Du merkst inzwischen, dass ich sehr wohl des Diffenzierens fähig bin. Eine “Skeptikerbibel” o.ä. wie Du schreibst benutze ich nicht. Auch lese ich nicht nur die einschlägigen Skeptikerseiten. Ja, ich bin sogar skeptisch gegenüber manchen Skeptikern, so wie sich das für einen waschechten Skeptiker einfach gehört!
Noch sehr viel skeptischer bin ich allerdings gegenüber denjenigen, die behaupten “es gibt keine Zweifel-CO2 ist schuld!”,”die Wissenschaft ist sich einig” oder “die Modelle sind zuverlässig”. Für ein chaotisches, komplexes und nichtlineares System sind solche Aussagen falsch und unseriös. Durch sie entstand ja überhaupt erst die breite Skepsis gegenüber der Klimaforschung – das Problem ist also hausgemacht!

Die Klimaforschung hat ja eine Daseinsberechtigung, aber längst nicht in ihrem heutigen völlig überzogenen Ausmaß. Dass sich das Klima ständig wandelt, und zwar auch ganz ohne anthropogenen CO2-Anteil (siehe Mittelalterliche Wärmeperiode), ist klar. Dass wir unsere Umwelt nicht weiter überstrapazieren, überfischen, den Regenwald nicht weiter abholzen dürfen, etc. ist auch klar. Das aber WIR uns an das Klima anpassen müssen und nicht umgekehrt, DAS halte ich für den entscheidenden Punkt. Maßnahmen wie z.B. Deichbau sind natürlich immer sinnvoll, denn der Meeresspiegel steigt bekanntlich seit dem Ende der letzten Eiszeit. Jedoch der Kampf gegen CO2 und die Warnungen vor angeblichen schweren Klimakatastrophen, DAS ist alles bloss (politischer) Unsinn, sowie reine Panikmache, aus verschiedenen Gründen.

Gruß vom Doc

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Hallo Doc,

danke für die Recherchearbeit. Langsam wird es spannend.

zu 1. Du hast völlig recht, die Wasserdampfrückkopplung + Wolkenbildung ist die größte Unsicherheit aller Modelle. Jedoch ist genau das eine wissenschaftliche Erkenntnis, die jeder akzeptiert und ein Beleg dafür, dass die Klimawissenschaft eben ihre Schwächen und Grenzen kennt und diese nicht aus ideologischen Gründen „versteckt“. Auch genau deswegen liegen die Szenarien zwischen 1.5 und 4 °C. Deswegen ist es auch populistisch zu sagen, „Aus 1°C möglicher Erwärmung werden so mal eben ganz schnell 4°C zusätzliche Erwärmung gemacht“.
Es gibt einfach ein Risiko, mit dem man umgehen muß. Und da das Klimasystem träge reagiert, können wir nicht erst warten, bis wir genau Bescheid wissen. Im übrigen: Die Modelle sind sogar eher konservativ, also möglicherweise untertrieben statt übertrieben. Denn aufgrund der großen Unsicherheiten hat man ein paar „schnelle“ Rückkopplungen (tipping points) wie Methanausgasung von Permafrostböden, Austrocknung des Amazonas etc. gar nicht mitberechnet. Jedoch könnten gerade diese den Klimawandel drastisch beschleunigen. Wäre die Wissenschaft „alarmistisch“, dann würden die das alles in die Modelle reinpacken.

zu 2. Stürme:
Darüber gibt es eine wissenschaftliche Kontroverse. C. Landsea wurde von Kerry (Nature 436, 2005) und Webster (Science 309, 2005) widersprochen. Ich glaube also erst mal gar nichts und warte ab.
Der “Spiegel” ist einfach auf die derzeitige klimaskeptische Modewelle aufgesprungen.
Deshalb: Grundsätzlich erst mal Vorsicht, wenn du aus irgendwelchen Zeitungen der Tagespresse zitierst, zumal nur selektiv. Der Spiegel hat auch haufenweise Artikel pro Klimawandel. Wie du ja selbst gesagt hast, „Ein und dieselbe Pressemitteilung von verschiedenen Journalisten interpretiert bzw. abgeschrieben und mit eigenen Worten ausgeschmückt“.

zu 3. Inseln: Na das ist eine schöne Nachricht, dass die kleinen Atolle nicht absaufen. Jetzt ist mir auch klar, wie das funktionieren soll. Tatsache bleibt aber, dass der Meeresspiegel steigt und wohl kaum alle Küstenlinien so schön mitwachsen werden, genauso wenig wie die ganze menschliche Infrastruktur an den Küste. Dieses kleine „Manko“ ist halt das eigentliche Problem.
Hierzu auch noch etwas grundsätzliches zu unserer Debatte. Wir sollten irgendwelche Beispiele punktueller, lokaler oder kurzfristiger Natur aus dem „Verkehr“ ziehen. Die werden zu oft für „Alarmismus“ auf der einen Seite bzw. „Klimaleugnung“ (doofes Wort) missbraucht. Das geht an der Thematik komplett vorbei und kommt zudem oft aus der „Krautpresse“. You agree?

zu 4. Artensterben: Dazu meine ganz persönliche Meinung als Biologe. Ich denke auch, das derzeitige Artensterben geht auf Kosten der “klassischen” Umweltzerstörung. Ob und welche Klimaeffekte es gibt oder geben wird, ist schwer abschätzbar. Mein Verstand sagt mir, dass Ökosysteme, die sehr komplex und sensibel sind, wohl durchaus sehr gefährtet sind. Z.B. Korallenriffe und Regenwälder. Der Ausfall nur weniger Arten kann dort in einer Art Kettenreaktionen viele andere mit sich reissen. Um den deutschen Wald mach ich mir keine Sorgen.
P.S. Habe das link zu Phil Jones nicht aufgekriegt. Bin allerdings auch etwas „entsetzt“, dass du ausgerechnet denjenigen zitierst, der doch angeblich nur gefälscht hat….Sorry, aber das ist die typische Logik der Klimaskeptiker. Man beruft sich wahlweise auf Forschungsergebnisse, wenn sie passen und verdammt sie als Ideologie, wenn sie nicht passen.
P.S.S. Artikel aus der „Welt“ ignoriere ich grundsätzlich wg. Springer-Verlag ….

zu 6. Treibhauseffekt. Das ist der eigentliche Knackpunkt. Weder du noch ich können wirklich beweisen, was nun stimmt. Wir sind also dazu verdammt, etwas zu „glauben“. Insofern sind wir alle irgendwie „Gläubige“ der einen oder anderen Seite der Klimadebatte.
Ich halte die Treibhaustheorie deswegen für plausibel, weil sie a) von einer Mehrheit der Wissenschaft anerkannt wird b) weil die Meinung von Forschungsinstituten vertreten wird, die auch schon vor der Klimadebatte als seriös und professionell galten c) weil diese Meinung in qualitativ hochwertigen und anerkannten Journalen (wie Nature und Science) publiziert wird d) weil es keinen seriösen, gegenteiligen Beweis gibt e) weil ich es für unwahrscheinlich halte, dass die derzeitigen Klimaveränderungen „rein zufällig“ und natürlich ablaufen, zumal so schnell und vor dem Hintergrund des messbaren CO2-Anstiegs f) weil viele Klimaskeptiker-„Wissenschaftler“ offen oder verdeckt von der „Fossilindustrie“ gesponsert werden und damit einen viel stärkeren Interessenskonflikt unterliegen als die „normale“ Wissenschaft, die allenfalls untereinander um Forschungsgelder rangeln und deren Geldgeber ja oftmals auf einer politisch völlig anderen Seite stehen (z.B. Bush-Regierung vs. NASA). Zumal es durch deren Konkurrenz + anonyme peer-review einen quasi „natürlichen“ Kontrollmechanismus gibt, dem sich die Skeptikerseite selten aussetzen muss g) weil die meisten Klimaskeptiker überhaupt keine Expertise als Klimatologen o.ä.haben, sondern aus der Wirtschaft kommen und ökonomischen Paradigmen folgen h) weil es mir einfach auch logisch erscheint, dass es nicht ohne Effekte bleibt, wenn die Menschheit in 100 Jahren in die Luft pustet, was über Jahrmillionen in die Erde versenkt wurde.

Und selbst wenn die ganze Treibhaustheorie falsch sein sollte- die geforderten Klimaschutzmaßnahmen sind auch im Sinne von klassischen Umweltschutz sinnvoll (z.B. Konsum reduzieren, Wälder schützen, Energie sparen, Öl-/Kohleförderung aufgeben etc.). Das „Risiko“, Klimaschutz zu betreiben, obwohl es doch keinen anthropogen Klimawandel gibt, ist doch viel geringer als das Risiko, es zu unterlassen und dann doch die Kacke am Dampfen zu haben.
Zusätzlich macht es auch ökonomisch/strategisch Sinn, Technologien zu verwenden, die nicht auf begrenzten Ressourcen basieren, aus korrupten und instabilen Ländern kommen und endlos Milliarden für Importe zu verschwenden, statt mit lokaler und unbegrenzt verfügbarer Energie lokale Jobs zu schaffen, energetisch autark zu sein und zeitgemäße Technologien zu verwenden.

zu 7. Gangesdelta + “Lohachara“: Irrelevant im Sinne der Klimadebatte. Wahrscheinlich die Sorte Informationen, die “Alarmismus” schürt. Halt aus der Presse. Einig sind wir uns ja beide, dass der Meeresspiegel steigt. Je nachdem wie hoch und wie schnell, wird das Konsequenzen haben oder halt nicht. Ist ja ganz simple Logik. Eine einzelne Insel ist –wie schön in deinem Beispiel gezeigt- kein Beleg für gar nichts.

zu 8. Arktis. Leider nicht korrekt. Du hast deinen entscheidenden Fehler selbst gesagt: „Aktueller Schnappschuss“. Und demnach mitnichten ein „zweifellos positiver Trend“. Hier noch mal das link , sowie die Erklärung: „The largest change has been observed in the summer months with decreases exceeding 30%. Decreases observed in winter are more modest. Der Rückgang des Sommereises ist das Problem, nicht der Winter. Und nicht nur die Fläche,sondern auch die Eisdicke (also das Volumen).

zu 9. Eisbären. Klar werden vermutlich die meisten schlicht abgeknallt. Das schliesst jedoch nicht aus, dass sie durch Eisrückgang ihr Habitat verlieren bzw. hungern, weil das Eis zu dünn zum Jagen ist. Dadurch werden sie vermutlich nicht Austerben, aber es ist halt ein trauriges Symbol dessen, was uns noch so bevorsteht.

Sehr schön, dass du auch dafür bist, die Umwelt nicht überzustrapazieren. Im grundsätzlichen Ziel sind wir uns also einig!

Das wir uns an das Klima anpassen müssen ist wohl wahr. Die Frage ist, ob wir es überhaupt können, wenn es so schnell geht, wie prognostiziert. Es ist der irrige Gedanke des modernen Menschen, wir hätten alles technisch im Griff und haben uns von unseren natürlichen Lebensgrundlagen unabhängig gemacht. Aber wenn wichtige Ökosysteme kollabieren, die Wetterextreme sich verstärken, die Landwirtschaft in gossen Erzeugerländern nicht mehr genug Erträge bringt, wenn das Meer tatsächlich stärker ansteigt….was zum Henker wollen wir dann machen? Deiche um ganz Asien rumbauen? Vermeiden von Klimawandel ist billiger und auch ethisch korrekter, weil er zuerst die trifft, die sich eben nicht anpassen können.
Ok, das war wieder ein hartes Stück Arbeit. Vielleicht sollten wir die eine oder andere Minimaldebatte wie die Eisbären oder die Inseln einfach beenden. Zuviel Worte für wenig Inhalt. Wie du willst, ist nur ein Vorschlag….
Tschüss Michael :.)

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HI Michael,

alles auf einmal schaffe ich zeitlich nicht so schnell zu beantworten. Aber hier schon mal zu den Punkten 1-4:

1. Wasserdampfrückkopplung:
Du schreibst: “(…)können wir nicht erst warten, bis wir genau Bescheid wissen” und “…populistisch zu sagen, „Aus 1°C möglicher Erwärmung werden so mal eben ganz schnell 4°C zusätzliche Erwärmung gemacht“.

Gerade auf solche unwahrscheinlichen Worst-Case Szenarien stürzen sich aber bekanntlich die Medien, und leider auch die Politik. Unrealistische Darstellungen wie der “Kölner Dom unter Wasser” bleiben bevorzugt in den Köpfen hängen. Besonders Schellnhuber sorgt gerne für eine Manifestierung solcher Eindrücke, sowie maßlos überzeichnete lächerliche Videos wie Kopenhagen COP15 “Please help the world” (YouTube). Wir dürfen unsere Entscheidungen aber nicht nur auf theoretisch mögliche aber äußerst unwahrscheinliche Katastrophenszenarien ausrichten, denn an dieser Stelle vorschnell investiertes Geld, Zeit, Energie und Ressourcen fehlen sofort und spürbar an wichtigerer Stelle (u.a. auch beim direkten, echten Umweltschutz)

Ob die aktuellen Naturkatastrophen tatsächlich auf dem Klimawandel beruhen, scheint mir anhand Meldungen wie dieser hier mehr als fraglich:

“(…)dass diese Untersuchung damals noch gar nicht begutachtet und publiziert worden war, als das IPCC sie übernahm…Denn ein Jahr später erschien die besagte Studie – allerdings mit einem diametral entgegengesetzten Ergebnis. “Wir finden nur unzureichende Belege für einen statistischen Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und wachsenden Verlusten durch Katastrophen”…”

Quelle: http://www.wissenschaft-online.de/artikel/1020270

Du schreibst, die Modelle seien eher “sogar noch zu konservativ”.
Klares Nein. Das Gegenteil ist der Fall: Die Prognosen der Vergangenheit mussten meist wieder nach unten korrigiert werden. Und: Sobald auch nur der Hauch einer Chance auf eine alarmistischere Darstellung besteht, wird das so schnell wie möglich gemacht. Wie zuletzt bei der zurückgezogenen und neu erstellten Studie zum möglichen Anstieg des Meeresspiegels. Die Fehler im IPCC-Bericht der WGII tendieren allesamt zum Alarmismus. Hier ist also klar ein System erkennbar.

Du schreibst: “…(tipping points) wie Methanausgasung von Permafrostböden, Austrocknung des Amazonas etc. gar nicht mitberechnet.”

Unbekannte Größen haben in einer ernstzunehmenden Berechnung nichts verloren. Anderenfalls wäre Alarmismus ja sogar systemimmanent, da man es schliesslich IMMER mit irgendwelchen unbekannten Faktoren zu tun hat! Es bleibt also nur eine vernünftige Alternative: Das entsprechende Wissen erlangen!

Zu den Permafrost-Böden in Sibirien gibt’s hier ein kleines Video: http://www.youtube.com/watch?v=EZ9JWhJ13W8

2. Stürme:
Du schreibt: “Ich glaube also erst mal gar nichts(…)”

Ok, eine skeptische -und zugleich wissenschaftliche- Grundeinstellung. Aber…wie lange genau willst Du warten? Landsea-Studie: Dass Stürme durch den Kontrast von warmen und kalten Zonen entstehen ist physikalisch jedenfalls plausibel. Aber jeder neuen nicht-alarmistischen Klimastudie wird anscheinend möglichst schnell wenigstens 1x widersprochen. Auf diese Weise will man unliebsame Studien aus dem IPCC-Report heraus halten. Neue Theorien und Erkenntnisse wie z.B. “Wolkenbildung durch kosmische Strahlung” von Henrik Svensmark versuchte man jahrelang auf Krampf rauszuhalten (Arte: Das Geheimnis der Wolken), da sie den behaupteten anthropogenen Anteil enorm schmälern würden.

3. Inseln:
Du schreibst: “Wir sollten irgendwelche Beispiele punktueller, lokaler oder kurzfristiger Natur aus dem „Verkehr“ ziehen. Die werden zu oft für „Alarmismus“ auf der einen Seite bzw. „Klimaleugnung“ (doofes Wort) missbraucht. ”

Sich möglichst nicht auf Kleinkram und Sonderfälle zu konzentrieren, da stimme ich zu. Grundsätzlich aussperren lässt sich aus einer Diskussion gerade beim Thema Klima aber eher rein gar nichts. Insbesondere weigere ich mich beispielsweise, die “globale Durchschnittstemperatur” über den Stellenwert der einzelnen Klimazonen zu stellen, denn nur um die geht es ja letztlich.

4. Artensterben bzw. Phil Jones:
Du schreibst: “…”entsetzt”, dass du ausgerechnet denjenigen zitierst, der doch angeblich nur gefälscht hat…typische Logik der Klimaskeptiker. Man beruft sich wahlweise auf Forschungsergebnisse, wenn sie passen und verdammt sie als Ideologie, wenn sie nicht passen.”

Das mag in manchen Fällen sicher zutreffend sein. Jedoch geht es bei diesem Link auf das BBC-Interview mit Phil Jones ja zugleich darum aufzuzeigen, dass gerade ER als “Top-Alarmist” diese Aussagen zur Temperaturentwicklung gemacht hat! U.a. Aussagen, die schon länger bekanntes Skeptikerwissen sind. Außerdem: Da Jones “berufsbedingt” zum Alarmismus neigt, kann der Link nicht einfach mit dem Hinweis auf “Skeptiker-Meinung” o.ä. abgetan werden.

Beim defekten Link war bloss eine Klammer hinten mit rangerutscht. Hier nochmal der Link für das legendäre BBC-Interview mit Phil Jones:

http://news.bbc.co.uk/2/hi/science/nature/8511670.stm

6. Treibhauseffekt:
Du schreibst: “…sind wir alle irgendwie “Gläubige” der einen oder anderen Seite der Klimadebatte.”

Im Grunde der wichtigste Punkt. Auch die Forscher bilden da nämlich keine Ausnahme. Klimaforschung ist einfach viel zu komplex. In Bezug auf CO2 sprach Schellnhuber einmal (offenbar aus politischen Gründen) von “linearen Zusammenhängen”, dh. einem angeblichen direkten Einfluss auf die Temperatur. Aber: In einem nichtlinearen chaotischen System wie dem Klima ist die Wirkung eines Einzelfaktors in der Masse der sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren letztlich immer nur relativ.

Du schreibst: “…halte die Treibhaustheorie deswegen für plausibel, weil…sie a) von einer Mehrheit der Wissenschaft anerkannt wird…von Forschungsinstituten vertreten wird, die auch schon vor der Klimadebatte als seriös und professionell galten…in qualitativ hochwertigen und anerkannten Journalen (wie Nature und Science) publiziert wird d) weil es keinen seriösen, gegenteiligen Beweis gibt…”

Mehrheiten bilden sich im Wissenschaftsbetrieb ja genau wie Anderswo, dh. aus sozioökonomischen Gründen, Suche nach Anerkennung, Gruppenzwang bzw. Herdentrieb, Lobbydenken, und auch aus politischen Gründen.

Parallelen in Bezug auf das Verhalten der ach so seriösen Wissenschaft sind insbesondere beim “Waldsterben” z.T. 1:1 vorhanden. Man erschreckt regelrecht beim Erkennen der vielen Gemeinsamkeiten in diesem Artikel: http://www.zeit.de/2004/51/N-Waldsterben

Wenn beispielsweise ein Geologe oder Ozeanograph Klimaforscher wird, kann er den Einfluss von CO2 auf die Temperaturen der Erde nur als vorgegebenes Grundwissen annehmen, obwohl dieser Zusammenhang tatsächlich nie bewiesen werden konnte. Wie bereits erwähnt: Lediglich eine IR-Aktivität von CO2 lässt sich experimentell beweisen. Wer auch immer behauptet, dies wäre bereits ein Beweis für den Treibhauseffekt, hat entweder keine Ahnung oder er lügt, dass sich die Balken biegen. An der Aufrechterhaltung des jetzigen Treibhausmodells haben mehr und mehr Berufsgruppen ein existenzielles Interesse, daher wird dieses Modell schon ganz unbewusst verteidigt.

Als Wissenschaftler muss man jedoch immer bereit sein Theorien über den Haufen zu werfen. Diese prinzipielle Bereitschaft erkenne ich bei der IPCC-nahen Klimaforschung nicht. Henrik Svensmark z.B. kann da ein Lied von singen. Lieber werden die Klima-Modelle an anderer Stelle angepasst, anstatt jemals die (unbewiesenen!) Grundlagen in Frage zu stellen.

Erscheint eine Arbeit wie die von Gerlich & Tscheuschner, die den Treibhauseffekt falsifiziert, oder wie die Arbeit von Svensmark, dann wird von Rahmstorf und Co. sogleich ein Sonderkommando zur Ausarbeitung eines Widerspruchs zusammengestellt: http://tinyurl.com/yfszmap

Hier ein kleiner FAZ Zeitungsausschnitt über Rahmstorf (PDF): http://tinyurl.com/y4o3t7b

Du schreibst: “..ich es für unwahrscheinlich halte, dass die derzeitigen Klimaveränderungen “rein zufällig” und natürlich ablaufen, zumal so schnell und vor dem Hintergrund des messbaren CO2-Anstiegs”

Ursächlich sind nach meiner Überzeugung natürliche, zyklische Phänomene. Ob die Steigerungsrate wirklich “schneller als früher” verläuft lässt sich erst sagen, wenn man die früheren Temperaturen auch wirklich ganz genau und fein genug aufgelöst kennt. Doch gerade hier wurde ja nachweislich viel vertuscht und manipuliert.

Die MWP z.B. war global sehr wahrscheinlich wärmer als heute. Dass die Hockeystick-Kurve von M.Mann manipuliert wurde, um die Zeit vor 1900 statistisch glatt zu bügeln, wurde von McIntyre längst nachgewiesen. Ja, und die Rohdaten für den Hockeystick hat Jones nach eigener Aussage “verschlampt”(!). Ja, wie glaubwürdig ist das denn, ich bitte Dich?

Fraglich ist auch die Korrektheit seiner Homogenisierung, hier gab es einige sonderbare Temperatursprünge, die zusammen mit anderen Daten innerhalb der nächsten Jahre von Grund auf überprüft werden sollen, um das Vertrauen in die Klimaforschung wiederherzustellen (Spiegel). Und ich erinnere in diesem Zusammenhang nochmals an das bereits erwähnte Zitat von Briffa…

Mit der folgenden Grafik zum Meeresspiegel-Anstieg an der Nordseeküste sollten sich ebenfalls Rückschlüsse auf die Temperatur ziehen lassen. Im unteren Bild erkennt man identische bis steilere Steigerungsraten für die Jahre 500-200 v.Chr., 0-250 n.Chr, sowie 1000-1300 n.Chr.: http://klimakatastrophe.files.wordpress.com/2008/10/nordseepegel.jpg

Du schreibst: “…viele Klimaskeptiker-”Wissenschaftler” offen oder verdeckt von der “Fossilindustrie” gesponsert werden und damit einen viel stärkeren Interessenskonflikt unterliegen…”

Vergiss nicht: Heute hat der Klimaschutz eine Riesenlobby, mit den entsprechenden Auswüchsen. Da es nun einmal für beinahe alles eine Lobby gibt, ist es doch im Grunde bedeutungslos wer denn nun von wem gesponsert wurde, sofern am Ende nachprüfbare Forschungsergebnisse dabei herauskommen. Nach mittlerweile 25jähriger Geschichte der Klimadebatte hat sich das Blatt inzwischen ohnehin längst gewendet.

Du schreibst: “…die meisten Klimaskeptiker überhaupt keine Expertise als Klimatologen o.ä.haben…”

Wie gesagt: Klimatologe ist ja kein Ausbildungsberuf. Ein Geologe oder Ozeanograph etwa der Klimatologe wird, hat von Physik immer noch keine Ahnung, um es mal überspitzt auszudrücken. Klimaforscher sind keine Übermenschen. Hoch- und sogar höherqualifizierte “nicht-amtliche” Klimaforscher wird es mittlerweile so einige geben.
Lubos Motl z.B. ist auch kein Klimaforscher, hat aber durchaus einiges zum Thema sagen: http://tinyurl.com/y6esnlz

Du schreibst: “…es mir einfach auch logisch erscheint, dass es nicht ohne Effekte bleibt, wenn die Menschheit in 100 Jahren in die Luft pustet, was über Jahrmillionen in die Erde versenkt wurde.”

Das klingt vielleicht plausibel, ist aber in Bezug auf die Temperatur keinesfalls “logisch”, da ein kausaler Zusammenhang hier ja überhaupt nicht bestehen muss. Kein wissenschaftliches Argument.

Du schreibst: “Das “Risiko”, Klimaschutz zu betreiben, obwohl es doch keinen anthropogen Klimawandel gibt, ist doch viel geringer als das Risiko, es zu unterlassen und dann doch die Kacke am Dampfen zu haben.”

Meine Überzeugung ist: Der Mensch kann zwar die Umwelt, aber nicht das Klima schützen. Ein “Risiko den Klimaschutz zu unterlassen” existiert daher nicht. Was denkst Du, was der Klimaschutz uns alle kostet? Die Kosten der Finanzkrise sind ein bescheidener Witz dagegen! Unsere Mittel sind begrenzt, wie bereits erwähnt. Das, was man in Klimaschutz investiert, ist für den Umweltschutz VERLOREN. Kannst Du als Biologe und Umweltschützer das verantworten?

Viele Umweltschützer haben vermutlich einfach Angst, den Klimaschutz-Gedanken fallen zu lassen weil sie befürchten, dass darunter der Umweltschutzgedanke leiden könnte. Doch das Gegenteil wäre der Fall, freiwerdende Mittel könnte man endlich in ECHTE Naturschutzprojekte investieren.

Du schreibst: “…macht es auch ökonomisch/strategisch Sinn, Technologien zu verwenden, die nicht auf begrenzten Ressourcen basieren…”

Dem stimme ich grundsätzlich voll zu, aber eben halt nicht kopflos und überstürzt! Wir sollten vielmehr sanft und mit Sinn und Verstand ins neue Energiezeitalter hinüber gleiten. Neue Technologien wie z.B private Solaranlagen müssen erst robust, bezahlbar und wirklich effizient sein. Das scheint leider noch immer bei weitem nicht der Fall zu sein: http://www.youtube.com/watch?v=gE25XJhWgbQ

7. Gangesdelta + “Lohachara”:
Du schreibst: “Irrelevant im Sinne der Klimadebatte…Informationen, die “Alarmismus” schürt..”

Ja genau, halt nur ein weiteres Beispiel dafür, wie von TV & Presse der Klimawandel pauschal für alles verantwortlich gemacht wird. Die tatsächlichen Gründe werden nicht recherchiert.

8. Arktis:
Du schreibst: “mitnichten ein “zweifellos positiver Trend”…”Der Rückgang des Sommereises ist das Problem, nicht der Winter. Und nicht nur die Fläche,sondern auch die Eisdicke (also das Volumen).”

Nicht nur die Fläche, auch die “Konzentration” hat laut den Satelliten-Vergleichsbildern stark zugenommen! Ein zumindest kurzfristiger Trend ist es ja wohl definitiv. Ob er sich langfristig halten kann ist allerdings zweifelhaft, aber man wird sehen. Der Sommer ist natürlich wichtiger. Beobachten wir also die kommende Entwicklung und warten wir auf die Daten von Cryosat-2…

9. Eisbären:
Du schreibst: “…ein trauriges Symbol dessen, was uns noch so bevorsteht…”

Die Eisbären haben mehrere Warmzeiten überstanden. Schon allein deshalb halte ich sie als Symbol für die “Gefahren des Klimawandels” völlig ungeeignet.

Du schreibst: “Sehr schön, dass du auch dafür bist, die Umwelt nicht überzustrapazieren. Im grundsätzlichen Ziel sind wir uns also einig!(…)”

Genau, Du kennst jetzt ja meine Meinung, und die ist: “Umweltschutz hat mit Klimaschutz nichts zu tun. Klimaschutz blockiert sogar den Umweltschutz, da für alles gleichzeitig die Mittel fehlen. Aus diesem Grunde könnte man sogar soweit gehen zu sagen: “Klimaschutz tötet Leben”! Doch vor allem: Klimaschutz durch CO2 Einsparung wird überhaupt nicht funktionieren.”

Ok, die Minimaldebatten Eisbär & Inseln können wir einstellen wie Du vorschlägst. Insgesamt mittlerweile zu viele Themen, zu viel Text. Treibhauseffekt wird auch langsam viel zu lang.

Meeresspiegelanstieg wäre vielleicht interessant. Ich sehe da nämlich keinen beschleunigten Anstieg, das sieht mir eher nach normalen Fluktuationen aus (siehe der Meeresspiegel-Link weiter oben). Der aktuelle Anstieg um durchschnittlich 1-3mm pro Jahr (können ja auch mal 0,5-5mm sein) ist nach einer Eiszeit jedenfalls ganz natürlich.

Gruß vom Doc!

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Ist EIKE ein Verein von Don Quichottes?

Wikipedia Sichwort „Don Quijote“: Kampf gegen die Windmühlen

„Heute ist Don Quijotes Kampf gegen die Windmühle(n) die bekannteste Episode des Romans. …. Einer häufigen Interpretation zufolge war das 17. Jahrhundert von diesem ausweglosen Kampf des gnädigen Herrn gegen die gnadenlose Maschine fasziniert, weil der rasante technische Fortschritt damals den Machtverlust der Aristokratie vorantrieb. Die lächerliche Auflehnung des Junkers gegen Windmühlen war dafür das ideale Symbol.“

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Die letzten Wochen waren sicher nicht so nach dem Geschmack unseres Kohle-, Öl- und Kernkraft-Fördervereins EIKE („Europäisches Institut für Klima und Energie“). Erst die Nachricht vom anhaltenden globalen Erwärmungstrend (2009 zweitwärmstes Jahr seit 1880 *),  das Ende von „Climategate“, die erstarkende Anti-Atombewegung,  die  Serienproduktion von Elektroautos bei Opel u.v.a.

Und  dann auch noch „Alpha Ventus“ ! Schon wie das klingt. Wie ein feindliches Raumschiff.

(Bildquelle: Alpha Ventus)

Wurde doch tatsächlich diese „völlig veraltete Windmühlentechnik“ ( Prof. Lüdecke, EIKE) in Form des ersten deutschen  Off-Shore Windparks in Betrieb genommen.

Unerhört!!!

Schon wieder hatte man die „Expertise“  von EIKE ignoriert, obwohl man erst kürzlich zwei wirklich lesenswerte Artikel zum Thema veröffentlicht hatte. An der Windkraft-Phobie der EIkianer hat sich zwar nichts geändert, wohl aber finden sich darin ein paar brisante Widersprüche zur  sonstigen Skeptikerrhetorik.

Artikel 1 vom 26.4.10,  Titel:

Große Windparks: Ihr Einfluss auf das Klima und ihre Verlässlichkeit!

Der EIKE-Artikel ist die Übersetzung und Zusammenfassung einer Publikation von  C. Wang and R. G. PrinnC. Wang und R. G. Prinn, erschienen in Atmos. Chem. Phys., 10, 2053–2061, 2010

Die Kernaussage des Artikels ist, daß Windanlagen an sich zu einer Klimaerwärmung von 1 K führen können, sofern sie in einem Umfang installiert werden, daß sie 10 % der globalen Stromerzeugung abdecken. Allerdings auch nur über Land (gleichzeitig Abkühlung über dem Meer) und wenn sie gleichmäßig verteilt werden, statt lokal konzentriert. Nun gut…Mal abgesehen davon, dass im Hause EIKE gern behauptet wird, Windkraft könne „niemals einen maßgeblichen Beitrag zur elektrischen Stromerzeugung“ leisten, steckt die eigentliche Überraschung an anderer Stelle :

EIKE: „Die Autoren befassen sich damit, inwiefern die Installationen sehr umfangreicher Windparks Einfluss auf das Klima haben könnten…Für diese Abschätzung wurde ein dreidimensionales Klimamodell benutzt.“

Mir stockt der Atem! KLIMAMODELL…Kli-ma-mo-dell!!!!

Toll! Unfassbar, eine Sensation….

Nachdem die gesamte Skeptikerszene behauptet, man könne ein „chaotisches, nichtlineares“ System wie das Klima überhaupt nicht modellieren, nun diese geistige Wende in der Führungsriege! Unfassbar…Geht tatsächlich der „ausweglose Kampf des gnädigen Herrn gegen die gnadenlose Maschine“ zu Ende?  Obwohl eher unwahrscheinlich, so gibt es noch weitere hoffnungsvolle Signale. Hier der Windkraftartikel vom13.5.10 .

Titel: „Windkraft ist eine völlige Katastrophe“

Der Orginalartikel stammt von Michael J. Trebilcock, „Professor für Recht und Ökonimie, Universität von Toronto.

Und hier der entscheidende Ausschnitt:

EIKE: „Die Zeitschrift The Economist stellt kürzlich in einem Leitartikel …. fest, dass jede Tonne an Emissionen, die durch Subventionen in Erneuerbare Energien wie die Windkraft vermieden wurde, zwischen 69 $ und 137 $ kostet, wohingegen unter einem cap-and-trade-Modell (Emissionshandel) dieser Preis geringer als 15 $ wäre.“…“Sowohl eine Kohlenstoffsteuer als auch ein cap-and-trade-System schafft Anreize für Konsumenten und Hersteller mit Tausenden von Spielräumen für die Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen, die – wie diese Zahlen zeigen – bezüglich ihrer Kosteneffizient alle Subventionen in Erneuerbare geradezu überwältigen.“

Cap-und-Trade? Emissionshandel ? Kohlenstoffsteuer? Energieverbrauch senken?

Pfui, das ganze Teufelszeug! Und das alles auf der EIKE-Webseite. Da kann doch was nicht stimmen. Wurde die Seite von „Klimahysterikern“ gekapert? Schlägt die „große Verschwörung“ zurück…?

Oder war es schlicht fehlende „peer-review“ der englischen Orginalpublikationen durch den EIKE-„Fachbeirat“? Schlichter Dilettantismus?

Dafür spricht folgende skurrile Erklärung am Ende des Artikels vom 26.04:

„Der Übersetzer ist Diplom-Meteorologe, Fachrichtung Synoptik. Er hat sich in seiner Studienzeit auch näher mit Klimatologie befasst. Diese Untersuchung geht jedoch in gewisser Weise über sein Fachwissen hinaus, so dass keine Gewähr übernommen werden kann, ob die fachlichen Aussagen der Autoren korrekt wiedergegeben sind. Der oben stehende Text ist eine Zusammenfassung eines hoch wissenschaftlichen Artikels, den zu bewerten Wissenschaftlern vorbehalten bleiben muss, die von Energie viel mehr verstehen.“

Respekt. Problem erkannt. Man sollte lieber Ahnung vom dem haben, was man so bekämpft. Wie Don Quichotte damals eben….äh nicht.

Aber dann gäbe es ja auch kein EIKE mehr und ich hätte weniger Spass am bloggen.

Tschüss Michael

* Mitteilung der NASA

P.S.:  Weitere Artikel zu EIKE

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„Die deutschen Medien werden der Forderung von EIKE nach strikter Sachlichkeit …  in keiner Weise gerecht.“ (Zitat EIKE „Medienenten“)

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Ich wollte eigentlich ein gemütliches Feierabendbier trinken. Vorher habe ich zur Zerstreuung mal wieder einen Blick auf die Webseite meines „geschätzten“ Klima-Klamauk-Vereins EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie) geworfen. Volltreffer!

Wie zu erwarten war, konnte man nicht einfach hinnehmen, dass der britische Parlamentsausschuss über die „Climategate“-Affäre den „Hauptverdächtigen“  Phil Jones (der gehackte Klimaforscher) vom Vorwurf der Datenfälschung freispricht.

Man braucht solche „Skandale“, denn sie sind das Dopingmittel diverser Verschwörungstheorien  der sogenannten „Klimarealisten“.

Die erste Reaktion war ein Artikel vom 9.4.:

Was man da zu lesen bekommt, ist dann doch eine Nummer schlimmer als der übliche „Bild“-Zeitungsstil von EIKE. Man veröffentlichte die deutsche Übersetzung eines Pamphlets von Lord Monckton, einem bekannten Scharfmacher der Klimaskeptiker-Szene, der gegen das renommierte Wissenschaftsjournal  „Nature“ (*) giftete.

Prototyp eines "echten" Klimaskeptikers: Lord Christopher Monckton

Der konkrete Grund für Mockton´s Ausfälle gegen „Nature“ bleibt ein bisschen im Dunkeln: Beim Recherchieren habe ich 2 neuere Artikel in Bezug auf „Climategate“ gefunden, die eventuell der Auslöser waren….(link, link)

Hier einige Auszüge von Moncktons völlig paranoiden Tiraden:

„Das hirnlose Mantra, das jammernde Idioten wie bei „Nature“ immer wieder murmeln, ist, dass trotz eines, oder einigen, oder Hunderten, oder Tausenden von Pannen in den nun diskreditierten Klima-„Berichten“ des UNO-Klimarats die wissenschaftliche Erkenntnis gefestigt und die Debatte ausgestanden wäre. Aber die Debatte geht wie wild weiter – und man sage das nicht allzu laut –  die Skeptiker sind am Gewinnen.

„Den „Nature“-Redakteuren, die noch nicht einmal die intellektuelle Pubertät erreicht haben, geht die selbstkritische Fähigkeit zur eigenen Gewissensprüfung ab. Wenn sie erwachsen geworden sind, werden sie erkennen, dass es einen Grund gibt für den Sieg der Skeptiker.“

„Die blanke Schrillheit der Wahrheitsgläubigen, wie z. B. der pickligen Redakteure von „Nature“, hat den schlafenden Riesen der öffentlichen Meinung aufgeweckt und der Riese wird nicht wieder einschlafen, und wenn „Nature“ noch so oft weiter faselt über wissenschaftliche Grundtatsachen, die allseits anerkannt wären.“

„Ich weiß es: lasst uns die Redakteure von „Nature“ vor Gericht stellen wegen Hochverrats an der journalistischen Integrität und der wissenschaftlichen Wahrhaftigkeit. Die Todesstrafe ist noch viel zu gut für sie: lasst sie dazu verurteilt werden, einander ihre eigenen Artikel in alle Ewigkeit vorzulesen oder bis sie merken, wie töricht sie sind, je nachdem, was früher ist.

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Nun ja, klingt ganz schön nach propagandistischer „Front-Begradigung“. Bevor es mit dem „Endsieg“ schief geht, sollte Herr Monckton lieber mal einen Arzt aufsuchen- zum Beispiel einen Psychater…

Und wie gesagt, das Geschrei steht nicht auf einer Webseite von Al-Quaida oder von Sarah Palin. Es ist die Webseite von EIKE, dem „Europäischen Institut für Klima und Energie“ aus Jena/Thüringen.

Tschüss Michael

* „Nature“ ist in den bekanntesten Ranglisten wissenschaftlicher Journale zweimal die Nr. 1 , einmal Nr. 6  (Quelle: Wikipedia)

** Wikipedia zu Lord Monckton

P.S: Ich frage mich, was wohl rauskommen würde, wenn man Lord Moncktons Emails hacken würde….

P.S.S. Wikipedia über Paranoia. Lesenswert für alle Verschwörungstheoretiker!

P.S.S. Weitere Artikel zu EIKE

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