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Posts Tagged ‘Windkraft’

Ist EIKE ein Verein von Don Quichottes?

Wikipedia Sichwort „Don Quijote“: Kampf gegen die Windmühlen

„Heute ist Don Quijotes Kampf gegen die Windmühle(n) die bekannteste Episode des Romans. …. Einer häufigen Interpretation zufolge war das 17. Jahrhundert von diesem ausweglosen Kampf des gnädigen Herrn gegen die gnadenlose Maschine fasziniert, weil der rasante technische Fortschritt damals den Machtverlust der Aristokratie vorantrieb. Die lächerliche Auflehnung des Junkers gegen Windmühlen war dafür das ideale Symbol.“

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Die letzten Wochen waren sicher nicht so nach dem Geschmack unseres Kohle-, Öl- und Kernkraft-Fördervereins EIKE („Europäisches Institut für Klima und Energie“). Erst die Nachricht vom anhaltenden globalen Erwärmungstrend (2009 zweitwärmstes Jahr seit 1880 *),  das Ende von „Climategate“, die erstarkende Anti-Atombewegung,  die  Serienproduktion von Elektroautos bei Opel u.v.a.

Und  dann auch noch „Alpha Ventus“ ! Schon wie das klingt. Wie ein feindliches Raumschiff.

(Bildquelle: Alpha Ventus)

Wurde doch tatsächlich diese „völlig veraltete Windmühlentechnik“ ( Prof. Lüdecke, EIKE) in Form des ersten deutschen  Off-Shore Windparks in Betrieb genommen.

Unerhört!!!

Schon wieder hatte man die „Expertise“  von EIKE ignoriert, obwohl man erst kürzlich zwei wirklich lesenswerte Artikel zum Thema veröffentlicht hatte. An der Windkraft-Phobie der EIkianer hat sich zwar nichts geändert, wohl aber finden sich darin ein paar brisante Widersprüche zur  sonstigen Skeptikerrhetorik.

Artikel 1 vom 26.4.10,  Titel:

Große Windparks: Ihr Einfluss auf das Klima und ihre Verlässlichkeit!

Der EIKE-Artikel ist die Übersetzung und Zusammenfassung einer Publikation von  C. Wang and R. G. PrinnC. Wang und R. G. Prinn, erschienen in Atmos. Chem. Phys., 10, 2053–2061, 2010

Die Kernaussage des Artikels ist, daß Windanlagen an sich zu einer Klimaerwärmung von 1 K führen können, sofern sie in einem Umfang installiert werden, daß sie 10 % der globalen Stromerzeugung abdecken. Allerdings auch nur über Land (gleichzeitig Abkühlung über dem Meer) und wenn sie gleichmäßig verteilt werden, statt lokal konzentriert. Nun gut…Mal abgesehen davon, dass im Hause EIKE gern behauptet wird, Windkraft könne „niemals einen maßgeblichen Beitrag zur elektrischen Stromerzeugung“ leisten, steckt die eigentliche Überraschung an anderer Stelle :

EIKE: „Die Autoren befassen sich damit, inwiefern die Installationen sehr umfangreicher Windparks Einfluss auf das Klima haben könnten…Für diese Abschätzung wurde ein dreidimensionales Klimamodell benutzt.“

Mir stockt der Atem! KLIMAMODELL…Kli-ma-mo-dell!!!!

Toll! Unfassbar, eine Sensation….

Nachdem die gesamte Skeptikerszene behauptet, man könne ein „chaotisches, nichtlineares“ System wie das Klima überhaupt nicht modellieren, nun diese geistige Wende in der Führungsriege! Unfassbar…Geht tatsächlich der „ausweglose Kampf des gnädigen Herrn gegen die gnadenlose Maschine“ zu Ende?  Obwohl eher unwahrscheinlich, so gibt es noch weitere hoffnungsvolle Signale. Hier der Windkraftartikel vom13.5.10 .

Titel: „Windkraft ist eine völlige Katastrophe“

Der Orginalartikel stammt von Michael J. Trebilcock, „Professor für Recht und Ökonimie, Universität von Toronto.

Und hier der entscheidende Ausschnitt:

EIKE: „Die Zeitschrift The Economist stellt kürzlich in einem Leitartikel …. fest, dass jede Tonne an Emissionen, die durch Subventionen in Erneuerbare Energien wie die Windkraft vermieden wurde, zwischen 69 $ und 137 $ kostet, wohingegen unter einem cap-and-trade-Modell (Emissionshandel) dieser Preis geringer als 15 $ wäre.“…“Sowohl eine Kohlenstoffsteuer als auch ein cap-and-trade-System schafft Anreize für Konsumenten und Hersteller mit Tausenden von Spielräumen für die Reduzierung von Energieverbrauch und Emissionen, die – wie diese Zahlen zeigen – bezüglich ihrer Kosteneffizient alle Subventionen in Erneuerbare geradezu überwältigen.“

Cap-und-Trade? Emissionshandel ? Kohlenstoffsteuer? Energieverbrauch senken?

Pfui, das ganze Teufelszeug! Und das alles auf der EIKE-Webseite. Da kann doch was nicht stimmen. Wurde die Seite von „Klimahysterikern“ gekapert? Schlägt die „große Verschwörung“ zurück…?

Oder war es schlicht fehlende „peer-review“ der englischen Orginalpublikationen durch den EIKE-„Fachbeirat“? Schlichter Dilettantismus?

Dafür spricht folgende skurrile Erklärung am Ende des Artikels vom 26.04:

„Der Übersetzer ist Diplom-Meteorologe, Fachrichtung Synoptik. Er hat sich in seiner Studienzeit auch näher mit Klimatologie befasst. Diese Untersuchung geht jedoch in gewisser Weise über sein Fachwissen hinaus, so dass keine Gewähr übernommen werden kann, ob die fachlichen Aussagen der Autoren korrekt wiedergegeben sind. Der oben stehende Text ist eine Zusammenfassung eines hoch wissenschaftlichen Artikels, den zu bewerten Wissenschaftlern vorbehalten bleiben muss, die von Energie viel mehr verstehen.“

Respekt. Problem erkannt. Man sollte lieber Ahnung vom dem haben, was man so bekämpft. Wie Don Quichotte damals eben….äh nicht.

Aber dann gäbe es ja auch kein EIKE mehr und ich hätte weniger Spass am bloggen.

Tschüss Michael

* Mitteilung der NASA

P.S.:  Weitere Artikel zu EIKE

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